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Stellenausschreibungen und Praktika

Stellenausschreibungen

Auf der Internetseite der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union finden Sie aktuelle Stellenausschreibungen der Europäischen Kommission, des Europäischen Auswärtigen Dienstes sowie der EU-Agenturen für Abgeordnete Nationale Experten (ANS). Zudem sind auf dieser Internetseite Informationen zum Bewerbungsverfahren für die diese Stellen eingestellt.

Praktikum in der Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union

Ein Hinweis in eigener Sache: Für das 1. und 2. Halbjahr 2026 sind alle Praktikaplätze vergeben. Daher bitten wir von einer Bewerbung für diesen Zeitraum abzusehen. 

Voraussetzungen/ Auswahl
Die Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union bietet vorrangig sächsischen Studierenden

  • der Rechtswissenschaften,
  • der Politikwissenschaften,
  • der Verwaltungswissenschaften,
  • der Wirtschaftswissenschaften,
  • der Kommunikationswissenschaften und
  • solchen aus Studiengängen mit Europabezug
    regelmäßig Praktikumsplätze an. Voraussetzung ist, dass es sich um ein Pflichtpraktikum im Sinne der Studienordnung handelt. Für Schülerinnen und Schüler sowie Absolventinnen und Absolventen, die ihr Studium bereits beendet haben, besteht leider keine Möglichkeit, in der Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union ein Praktikum zu absolvieren.

Ein Praktikum in der Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union dauert zwei bis drei Monate. Aufgrund der Sommerpause in den EU-Institutionen sind Praktika ab Mitte Juli und im August generell nicht sinnvoll und werden daher nicht angeboten. Ihre Bewerbung sollte dies berücksichtigen.

  • Frühjahrspraktikum von Januar bis Mitte Juli (Bewerbungsfrist bis 30. September des Vorjahres)
  • Herbstpraktikum von Anfang September bis Mitte Dezember (Bewerbungsfrist bis 30. April des laufenden Jahres)

Aussagekräftige Bewerbungsunterlagen umfassen

  • ein Motivationsschreiben, aus dem die spezifischen Beweggründe sowie der gewünschte Zeitraum des Aufenthalts in der Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union hervorgehen,
  • einen tabellarischen Lebenslauf mit Lichtbild (Europassnorm) und mit vollständigen Kontaktdaten (Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer),
  • eine Kopie des Abiturzeugnisses und weitere Zeugniskopien (z. B. aktuelle Studienleistungen, Sprachzertifikate (bevorzugt Englisch und Französisch)),
  • einen Nachweis, dass es sich um ein Pflichtpraktikum handelt, z. B. durch einen Auszug aus der Studien- oder Prüfungsordnung, und
  • ggf. Referenzen weiterer Praktika, Auslandsaufenthalte und Europakompetenzen.

Die Bewerbung richten Sie – vorzugsweise per E-Mail mit dem Betreff »Praktikum« – an:
Frau Ute Freiberger (Ute.Freiberger@bxl.sachsen.de)

oder auf postalischem Weg an das:

Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union
zu Hd. Frau Ute Freiberger
Av. d'Auderghem/ Oudergemlaan 67
B-1040 Bruxelles

Wir bitten Sie ausdrücklich um die Bewerbung per E-Mail, da postalische Bewerbungen nur auf Ihre Kosten zurückgesendet werden können. Sollten Sie dies wünschen, fügen Sie Ihren Unterlagen bitte einen für das europäische Ausland frankierten Rückumschlag bei. Alle Bewerbungsschreiben werden im Anschluss an das Bewerbungsverfahren ordnungsgemäß vernichtet.
Aufgrund der hohen Nachfrage und der beschränkten Anzahl an Praktikumsplätzen empfiehlt sich eine möglichst frühzeitige Bewerbung. Über deren Eingang erhalten Sie eine Bestätigung per Email. Wir bitten um Verständnis dafür, dass die Bearbeitungszeit 4 bis 6 Wochen beträgt. Ein persönliches Bewerbungsgespräch findet in der Regel nicht statt.

Während eines Praktikums in der Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union lernen die Studierenden die europapolitischen Arbeits- und Entscheidungsprozesse in Brüssel kennen und erhalten zudem umfassende Einblicke in die Interessenvertretung des Freistaates Sachsen. Darüber hinaus dienen die Praktika der Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort. Deshalb werden die Praktikantinnen und Praktikanten von einer der Referentinnen oder einem der Referenten der Vertretung betreut. Folgende Aufgaben bilden den Schwerpunkt der Tätigkeit:

  • Recherchen zu den Aktivitäten der EU-Institutionen
  • Begleitung der Referentinnen und Referenten bzw. eigenständige Teilnahme an den Sitzungen des Europäischen Parlamentes, der Ratsarbeitsgruppen und des Europäischen Ausschusses der Regionen
  • Berichterstattung und ggf. Verfassung von Vermerken über Vorhaben der Europäischen Institutionen, insbesondere der Rechtssetzungsvorhaben der Europäischen Kommission
  • Teilnahme an Veranstaltungen/Workshops der Europäischen Kommission, der politischen Stiftungen, der Verbände, anderer Landesvertretungen und Regionalbüros, der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland usw.
  • Mithilfe bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen der Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union
  • Erstellung von Artikeln für den Newsletter »Europa-News für Sachsen« 
  • spezielle Aufgaben entsprechend der Fähigkeiten und Kenntnisse der Praktikantinnen und Praktikanten

Bei dem Praktikum handelt es sich um einen unentgeltlichen Einsatz. Die Zahlung einer Praktikantenvergütung sowie die Übernahme anfallender Kosten für Unterkunft und Verpflegung sind leider nicht möglich. Unter Umständen können Sie allerdings von einem Stipendium profitieren. Bitte setzen Sie sich diesbezüglich mit dem Akademischen Auslandsamt Ihrer Universität in Verbindung. Bei der Zimmersuche kann die Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union ebenfalls keine Hilfestellung leisten.

Magnus Illgen - Student der Internationalen Beziehungen, TU Dresden - März – April 2026

© Magnus Illgen

Ein Praktikum mitten im Herzen Europas

Als Student der Internationalen Beziehungen an der TU Dresden war es für mich ein besonderer Wunsch, europäische Politik nicht nur durch Vorlesungen und das Studieren zu begreifen, sondern sie auch hautnah zu erleben. Das Praktikum in der Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union in Brüssel hat mir genau das und noch viel mehr ermöglicht.

Vom 9. März bis zum 17. April 2026 durfte ich sechs Wochen lang Teil des engagierten Kollegiums der sächsischen Landesvertretung (LV) sein. Als Unterstützung für die Referentinnen und Referenten der einzelnen Ministerien erlebte ich so die tägliche Arbeit an der Schnittstelle zwischen sächsischer Landespolitik und europäischer Gesetzgebung. Was zunächst abstrakt klang, stellte sich schnell als äußerst dynamisches, vielseitiges und lehrreiches Arbeitsumfeld heraus.

Einstieg und erste Eindrücke

Der Einstieg in das Praktikum verlief sehr angenehm. An meinem ersten Tag in der LV lernte ich Marek Schaller kennen, den Referenten, welcher mich für die Zeit des Praktikums anleiten und begleiten sollte. Noch am selben Tag nahm ich an der wöchentlichen Dienstberatung teil und hatte somit die Gelegenheit das Kollegium kennenzulernen und mich selbst vorzustellen. In der ersten Woche waren wir noch drei Praktikanten im Büro. Das erleichterte die Orientierung erheblich und sorgte für einen angenehmen Start, da die beiden mich mit Tipps und Tricks unterstützten, um in das Praktikum selbst aber auch den Alltag in Brüssel hineinzukommen.

Bereits in der ersten Woche nahm mich Herr Schaller mit in das Europäische Parlament (EP), sodass ich Gesprächen mit Assistenten einiger Abgeordneter beiwohnen konnte. Ebenso war es mir möglich erste Abendveranstaltungen in LVs der anderen Bundesländer zu besuchen und so meine ersten thematischen Einblicke und Bekanntschaften, auch mit anderen Praktikanten zu machen. Immer wieder bekam ich auch eine Reihe von grundlegender Lektüre über die Arbeitsweise und Funktion der EU-Institutionen, bestimmte Prozesse und aktuelle Diskurse, um mein in der Uni erlerntes theoretisches Wissen aufzufrischen und zu erweitern. Besonders interessant und hilfreich waren dabei viele Erklärungen meines Referenten die er beiläufig oder zu gezielten Themen einstreute.

Aufgaben und Einblicke in den Arbeitsalltag

Der Arbeitsalltag in der Landesvertretung war abwechslungsreich und bot sowohl praktische Aufgaben als auch zahlreiche Möglichkeiten, den europäischen Politikbetrieb direkt zu erleben. Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem die Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen, das Verfassen von Zusammenfassungen und Artikeln für den Newsletter mit aktuellen Neuigkeiten aus Brüssel, die von Relevanz für Sachsen und seine Politik sind, sowie Recherchearbeiten zu aktuellen EU-Themen und das Berichten über Aussprachen im EP.

Genauere Aufgaben waren dabei beispielsweise die Vorbereitung des Besuches der sächsischen Justizministerin. Dazu gehörte die Recherche von Lebensläufen der geplanten Gesprächspartner und Gesprächspartnerinnen, sowie deren Interessen und aktuelle Thematiken. Ebenso galt es den Besuch im Allgemeinen thematisch, aktuell vorzubereiten. Genauso galt es im Rahmen der Veröffentlichung der Forschungsförderungslisten zum European Defense Fund die veröffentlichen Dokumente zu nach sächsischen Fördergelds Empfängern zu sichten. Auch das Anhören und Zusammenfassen von Ausschusssitzungen im EP war eine gern gegebene, interessante Aufgabe.

Besonders prägend waren die Besuche in den zentralen EU-Institutionen: Wie bereits angeschnitten nahm ich an Sitzungen im Europäischen Parlament und dem Ausschuss der Regionen teil – darunter eine, bei der sowohl Ratsvorsitzender António Costa als auch Parlamentspräsidentin Roberta Metsola anwesend waren – und besuchte die Europäische Kommission sowie den Rat der EU. Hinzu kamen mehrere Abendveranstaltungen zu Themen wie dem Mercosur-Abkommen und Künstlicher Intelligenz, sowie ein persönlicher Austausch mit Staatsminister Gunther Krichbaum und Botschafter Thomas Hans Ossowski.       

Zwei Wochen meines Praktikums waren besonders intensiv. In dieser Zeit wurde Herr Schaller von zwei Hospitantinnen aus dem Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft begleitet, für welche ein dicht gefülltes Programm mit Terminen von morgens bis abends vorgesehen war. Wir wohnten Ausschusssitzungen bei und führten Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Parlament, Rat, Kommission, Pressestellen und einzelnen Generaldirektionen. Diese Wochen vermittelten einen umfassenden Eindruck davon, wie vielschichtig europäische Politik in der Praxis funktioniert.

Was das Praktikum besonders lehrreich gemacht hat

Besonders wertvoll war für mich die kontinuierliche fachliche Begleitung durch Herrn Schaller, und zuweilen auch anderer Referenten. Er nahm sich regelmäßig die Zeit, Zusammenhänge zu erklären, Hintergründe einzuordnen und Fragen zu beantworten – das führte zu einem nachhaltigen Wissenszuwachs, der über das bloße Beobachten von Abläufen weit hinausging.

Darüber hinaus hat mir das Praktikum vor Augen geführt, wie komplex das Gefüge der Europäischen Union tatsächlich ist: Allein die Zahl der beteiligten Akteure – Kommission, Rat und Parlament mit ihren jeweiligen Strukturen, rund 340 Regionen mit eigenen Vertretungen und Interessenverbände aus ganz Europa, alles in 24 Amtssprachen – macht deutlich, welch enormer Koordinationsaufwand hinter europäischer Gesetzgebung steckt. Diesen Komplex in der Praxis zu erleben, war eine Erfahrung, die kein Lehrbuch vollständig abbilden kann.

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