Europa-News für Sachsen
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Mit dem »Tech Sovereignty Package« will Europa seine globale Eigenständigkeit stärken. So soll künftig der Schwerpunkt der Halbleiterpolitik stärker auf der Nachfrageseite liegen. Weitere Bestandteile sind: Aufbau der Cloud- und KI-Kapazitäten, Stärkung der digitalen Autonomie durch Open Source sowie Digitalisierung des europäischen Energiesystems.
(CL/WH) Mit dem am 03.06.2026 vorgestellten Entwurf für den European Chips Act 2.0 zielt die Europäische Kommission darauf ab, die technologische Souveränität Europas im Halbleiterbereich deutlich zu stärken. Die Initiative ist wichtiger Teil des umfassenden »Tech Sovereignty Package«, das darüber hinaus Maßnahmen für Cloud-Infrastrukturen, Künstliche Intelligenz, Open Source und digitale Resilienz umfasst. Der Chips Act 2.0 baut auf dem ursprünglichen European Chips Act von 2023 auf, verschiebt den Fokus jedoch von der reinen Produktionsförderung hin zu einem stärker nachfrageorientierten und strategischen Ansatz. Ziel ist es, Europas Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferanten zu reduzieren und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Halbleiterindustrie im globalen Wettbewerb mit den USA und China zu erhöhen.
Vor diesem Hintergrund verfolgt die Kommission mit dem Chips Act 2.0 einen umfassenderen industriepolitischen Ansatz, der Produktion, Nachfrage, Innovation und öffentliche Beschaffung miteinander verknüpft. Ein wesentliches Novum ist die Einführung von Instrumenten zur Bündelung und Steuerung der Nachfrage. Öffentliche Einrichtungen und strategische Industrien sollen stärker zum Einsatz europäischer Halbleiter motiviert werden. Vorgesehen sind unter anderem so genannte »Demand Accelerators«, langfristige Abnahmevereinbarungen sowie innovationsorientierte Beschaffungsprogramme. Der Gesetzesvorschlag unterstützt zudem weiterhin gezielt Investitionen in »First of a kind«-Projekte, die noch nicht in der Union für die gesamte Halbleiter-Wertschöpfungskette – von Rohstoffen bis hin zu Verpackungen – vorhanden sind. Gegenüber ECA 1.0 wurde dieser Ansatz über die technologische Innovation im engeren Sinne hinaus um für Europa strategisch wichtige Wertschöpfungsbeiträge erweitert. Des Weiteren sollen Genehmigungsprozesse für strategische Halbleiterprojekte beschleunigt und Investitionen in neue Produktionsstandorte erleichtert werden.
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer unterstützt die Bestrebungen der EU nach mehr digitaler Souveränität: »»Die Zukunft Europas entscheidet sich auch in der Frage, ob wir bei Schlüsseltechnologien unabhängig, innovativ und wettbewerbsfähig bleiben. […]. Für Sachsen ist dies eine große Chance, den erfolgreichen Weg als führender europäischer Halbleiterstandort fortzusetzen. […]. Unser Ziel ist klar: Wir wollen, dass die Technologien der Zukunft in Sachsen entwickelt, produziert und angewendet werden.«, so Kretschmer in einer veröffentlichten Pressemeldung.
Im Rahmen des Chips Act 1.0 sowie eines "wichtigen Vorhabens von gemeinsamem europäischen Interesse" (IPCEI) konnten in den vergangenen Jahren im Freistaat Sachsen mehrere wichtige Vorhaben im Bereich der Halbleiterfertigung auf den Weg gebracht bzw. realisiert werden, u.a. die Erweiterung von GlobalFoundries und Infineon sowie die Ansiedlung des taiwanischen Herstellers TSMC mit einer ersten Halbleiterfertigung in Europa.
Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung des Chips Act 2.0 tauschten sich in der Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union rund 80 Experten, Industrievertreter, Abgeordnete des Europäischen Parlaments sowie Vertreter der Europäischen Kommission über die Zukunft von Europa als Mikroelektronikstandort aus. Die Teilnehmer des hochkarätig besetzten, vom Deutschen Elektronikverband ZVEI mitorganisierten Panels waren sich einig: Europa hat in Bereichen wie Sensorik und Leistungshalbleiter das Potenzial, in der Mikroelektronik global seine führende Rolle weiter auszubauen. Schon heute gilt Sachsen als einer der führenden Mikroelektronik-Standorte Europas. Mit Projekten wie der Erweiterung von GlobalFoundries oder der Infineon Power Fab unterstreicht der sächsische Halbleiter-Cluster seine Rolle als Innovationsmotor für die europäische Halbleiterindustrie und Chipherstellung.
Eine weitere Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen sowie der finnischen Region Tampere zum Thema Mikroelektronik und Verteidigungspolitik zeigte die enge Verzahnung zwischen der europäischen Verteidigungsindustrie und dem Halbleiter-Ökosystem auf. Pierre Chastanet, Autor des Chips Acts 2.0 und Leiter des Referats für Mikroelektronik und Photonik bei der Europäischen Kommission, hielt die Eröffnungsrede und gewährte Einblicke in Struktur und Ziele des Acts. Jens Drews, Direktor für Regierungsangelegenheiten EMEA bei GlobalFoundries, betonte in seinem Vortrag die Bedeutung Sachsens als Modellregion für die Halbleiterproduktion.
Am 02.06.2026 tauschten sich in der Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union rund 80 Experten, Industrievertreter, Abgeordnete des Europäischen Parlaments sowie Vertreter der Europäischen Kommission über die Zukunft von Europa als Mikroelektronikstandort aus. Im Fokus standen Schlussfolgerungen einer Studie von ZVEI für die Revision des European Chips Acts, die morgen von DG Connect veröffentlicht werden soll.
Nach einer Begrüßung durch Kai Mindel, Leiter der Sächsischen Landesvertretung, und einer Einführung von Dr. Wolfgang Weber, Vorsitzender der Geschäftsführung des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) wurden die zentralen Ergebnisse der von ZVEI, dem Verband der niederländischen Technologieunternehmer (FME), dem niederländischen Wirtschaftsministerium und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Auftrag gegebenen Studie präsentiert. Ausgangspunkt für die Studie und die sich anschließende Diskussion war die Frage: Wie kann Europa seine Wettbewerbsfähigkeit in der Mikroelektronik stärken, Lieferketten resilienter gestalten und neue Chancen für Schlüsselindustrien nutzen?
Im Fokus der Präsentation standen datenbasierte Empfehlungen für eine zielgerichtete europäische Chip-Strategie. In der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten die Gäste, darunter Arian Zwegers (EU-Kommission), Bart Groothuis (MdEP, Renew Europe), Dr. Manfred Horstmann (GlobalFoundries), Lars Lust (Swissbit) und Oliver Schenk (MdEP, EVP), Erfahrungen und Beobachtungen aus.
Zwegers betonte dabei die zentrale Bedeutung tatsächlicher Nachfragedaten für die legislative Ausrichtung und verwies auf die Notwendigkeit, neue Spitzentechnologien wie KI-Chips stärker zu berücksichtigen.
Ebenso wichtig war die Frage nach der Investitionssicherheit für europäische Fabriken. Dr. Manfred Horstmann (GlobalFoundries) unterstrich, dass die tatsächliche Nachfrage in Europa sowie die Resilienz der Lieferketten die Investitionsentscheidungen seines Unternehmens bestimmen.
Die Teilnehmer des Panels waren sich einig: Europa hat bereits jetzt in Bereichen wie Sensorik und Leistungshalbleiter das Potenzial, in der Mikroelektronik global seine führende Rolle weiter auszubauen. Um jedoch im besonders aussichtsreichen Wachstumsbereich der KI aufzuholen, sei ein gemeinsamer Kraftakt notwendig. Voraussetzung dafür sei, dass Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen und es schnellere Entscheidungsprozesse, gezielte Förderinstrumente und eine engere Zusammenarbeit zwischen Politik und Industrie gibt. Sachsens Vertreter verwiesen auf die erfolgreiche Clusterpolitik im Freistaat und regten eine stärkere – auch grenzüberschreitende – Zusammenarbeit an. Die Schaffung der hierfür notwendigen Infrastrukturen seien stärker in den Fokus von ECA 2.0 zu stellen.
Bereits heute gilt Sachsen als einer der führenden Mikroelektronik-Standorte Europas. Mit Projekten wie der Erweiterung von GlobalFoundries oder der Infineon Power Fab unterstreicht der sächsische Halbleiter-Cluster seine Rolle als Innovationsmotor für die europäische Halbleiterindustrie und Chipherstellung..
Die Veranstaltung fand zu einem kritischen Zeitpunkt statt: Die Europäische Kommission wird voraussichtlich am 03.06.2026 ihren Vorschlag für den European Chips Act 2.0 vorlegen. Dieser soll auf Basis einer umfassenden Folgenabschätzung und unter Einbeziehung von Stakeholder-Feedback entstehen. Im Anschluss folgen Verhandlungen mit Rat und Parlament. Ziel ist es, die europäische Chips-Souveränität bis 2030 zu stärken.
Am 11.07.2025 feierte die flämische Sprachgemeinschaft ihren Nationalfeiertag, den sogenannten Flandern-Tag. Dieser Tag erinnert an die historische Schlacht der Goldenen Sporen im Jahr 1302, die nicht nur ein militärischer Sieg war, sondern auch als Symbol für Selbstbestimmung und den Wert von Legitimität und Vertrauen gilt.
(WH) Herzlichen Glückwunsch zum Flandern-Tag! Der Freistaat Sachsen gratuliert der flämischen Sprachgemeinschaft herzlich zu ihrem Feiertag und blickt auf eine enge und erfolgreiche Partnerschaft mit der Region zurück. Die Beziehungen zwischen Sachsen und Flandern sind geprägt von Vertrauen, Innovation und gemeinsamen Zielen.
Am Vorabend des Feiertags, dem 10. Juli, überbrachte der Leiter der Vertretung des Freistaates Sachsen bei der EU, Kai Mindel, herzliche Grüße von Ministerpräsident Michael Kretschmer. Flandern und Sachsen teilen die Vision, gemeinsam Lösungen für globale Herausforderungen zu entwickeln. Die bereits bestehende Zusammenarbeit im Bereich der Mikroelektronik wird nun durch neue Initiativen in der Wasserstofftechnologie ergänzt.
Ein besonderes Highlight in den Beziehungen zwischen Sachsen und Flandern wird die Auswärtige Kabinettssitzung im November 2025 sein, im Rahmen derer sich die Innovationsbeiräte beider Regionen treffen werden, um den Austausch weiter zu vertiefen und konkrete Projekte voranzutreiben. Diese Treffen unterstreichen die Bedeutung der bilateralen Zusammenarbeit für die Zukunft Europas.
Die enge Verbindung zwischen Sachsen und Flandern ist ein Beispiel für die Stärke regionaler Partnerschaften in Europa. Der Flandern-Tag 2025 ist daher nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch ein Symbol für die gemeinsame Gestaltung einer starken und innovativen sowie europäischen Zukunft.