Hauptinhalt

Interviews

Ulrike Goldfriedrich: führte die Liebe nach Belgien

Ulrike Goldfriedrich © Privat

Ihre bisherigen Stationen führten die Oberlausitzerin Ulrike Goldfriedrich aus dem heimischen Ebersbach zunächst nach Düsseldorf, von wo aus sie über Wolfsburg, Leipzig und Davos schließlich im Jahr 2017 nach Brüssel gelangte. Beruflich hatte sie bis dahin Erfahrungen in der internationalen Spitzenhotellerie gesammelt. Seit 2019 arbeitet sie als Assistentin der Geschäftsleitung im Brüsseler Büro des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Meine letzte Station vor Brüssel war ein renommiertes 5-Sterne-Hotel in Davos in der Schweiz, in dem ich im Eventmanagement tätig war. Unsere Hauptaufgabe war die Organisation und Betreuung der mehr als 300 Veranstaltungen im Hotel während des jährlich dort stattfindenden Weltwirtschaftsforums (WEF – World Economic Forum). 2016 habe ich dann über Umwege meinen Partner kennen gelernt, welcher Belgier ist. Dies ebnete den Weg nach Belgien…

Was macht den Job für Sie interessant?

Es wird nie langweilig in unserem Büro. Dazu zählen die Vorbereitung und Durchführung von eigenen Veranstaltungen (s. nächste Frage) mit hochkarätigen Gästen aus Deutschland und der EU. Des Weiteren unterstützen wir unsere Leitung sowie die Referentinnen und Referenten des Brüsseler DAV-Büros in ihrer täglichen Arbeit. Dienstleistungsorientiertes Arbeiten, Stabilität zu geben und die »gute Seele« unseres Büros zu sein, sind mir gerade in der heutigen Zeit besonders wichtig.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Da gibt es mehrere Vorhaben zu nennen. Derzeit bereiten wir verschiedene Veranstaltungen des DAV vor, wie zum Beispiel den »Europäischen Insolvenzrechtstag« im Juni 2024 mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern unter anderem aus den europäischen Institutionen. Sehr wichtig ist auch unser »Europäischer Abend« im November 2024, zu dem wir unter anderem die deutsche Generalanwältin am Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) erwarten. Es sind viele – für Außenstehende unsichtbare – präzise ausgeführte Einzelschritte nötig, bevor solche Events zu einem Erfolg werden.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel bzw. in Belgien?

Ehrlich gesagt hängt mein Herz auch als Brüsselerin immer noch ein wenig an Lier (»Klein-Brügge«), einer Kleinstadt in der Nähe von Antwerpen mit einer zum Bummeln einladenden zauberhaften Altstadt mit Markt und kleinen gemütlichen Restaurants und Kneipen. Mein Lieblingsort in Brüssel ist der Bois de la Cambre bzw. der Übergang zum Forêt de Soignes. Man setzt sich aufs Fahrrad und ist ganz plötzlich raus aus der Großstadthektik von Brüssel.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Die von den in Brüssel lebenden Menschen »mitgebrachte« kulturelle und kulinarische Vielfalt. Hier gibt es viele Läden zum Beispiel aus Asien, Marokko oder aus Polen, in denen man Zutaten für Speisen kaufen kann; dort erhalte ich auch immer wieder neue Inspirationen für die Zubereitung von Mahlzeiten zu Hause. Erst kürzlich erhielt ich von unserer Büropraktikantin aus Italien netterweise den Hinweis auf einen italienischen Supermarkt in der Stadt.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Ich vermisse die Nähe zu meiner Familie. Mir fehlen die Berge der Oberlausitz zum Wandern und Einkehren, die Weitläufigkeit der Natur. Bei Besuchen in der Heimat freue ich mich auf die Spezialitäten des heimischen Metzgers, seien es die geräucherten Würschtl oder die gute alte deutsche Bratwurst zum Grillen. Auch die Möglichkeit der Abkühlung in einem der Badeseen oder im Freibad vermisse ich an heißen Tagen.

Alexander Mannewitz: Digitale Medien sind nicht ortsgebunden

Alexander Mannewitz © Privat

Alexander Mannewitz, dessen Familie in Leipzig lebt, arbeitet im Bereich Administration, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen für die Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei der EU.

 

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Im Grunde bin ich durch Freunde, die schon hier waren, nach Brüssel gekommen.

Durch sie kam es zu einem ersten Besuch in Belgien. Aufgrund meiner freiberuflichen Tätigkeit im Medienbereich hatte ich die Möglichkeit, öfter nach Brüssel zu reisen. Bei einer dieser Gelegenheiten wurde mir eine Stelle bei der Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei der EU angeboten, die ich gerne angenommen habe. In den vergangenen Jahren konnte ich im Rahmen von Medien-Projekten, Erfahrungen aus meiner langjährigen Tätigkeit im Bereich digitale Medien in meine Arbeit für die Vertretung einbringen.

Was macht den Job für Sie interessant?

An meinem Job finde ich das internationale Umfeld interessant. Es ergeben sich Gelegenheiten im Rahmen von Veranstaltungen und europäischer Projektarbeit mit interessanten Menschen in Kontakt zu kommen. Insbesondere ist die gute Zusammenarbeit in einem kleinen Team für mich interessant. Durch die enge Einbindung in die meisten Arbeitsprozesse im Büro erfahre ich viel über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Europaangelegenheiten.

Was liegt ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Momentan liegt der finale Entwurf einer Broschüre "MV in Europa – Europa in MV" zur Europazusammenarbeit des Landes und der Europäischen Union ganz oben auf meinem Tisch. Ganz konkret bin ich zusammen mit der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit für die gestalterische Umsetzung verantwortlich. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Mecklenburg-Vorpommern und der Europäischen Union den Menschen im Land näherzubringen und dadurch das Interesse an Europathemen sowie die Möglichkeiten und Chancen, die sich durch gemeinsame Projekte bieten, transparent darzustellen.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel bzw. in Belgien?

Mein Lieblingsort in Brüssel sind die Marollen mit ihren vielen charmanten Geschäften, Galerien, Restaurants und kleinen Bars.

Was schätzen Sie besonders in Brüssel?

Dass es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Die Stadt ist ständig im Wandel und hat einfach einen besonderen Charme. Es wird im Grunde nie langweilig.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Meine Familie, die in Leipzig wohnt. Wenn ich in Leipzig zu Besuch bin, gehe ich gerne mit meinen Neffen in den Clara-Zetkin-Park, auf der weißen Elster paddeln oder besuche ein Fußballspiel im Alfred-Kunze-Sportpark. Man findet mich aber auch auf Konzerten mit Freunden oder auf einen Cocktail in einer der vielen schönen Bars der Stadt.

Georg Schramm: »Von Sachsen nach Belgien – Ein Forschungsweg in der molekularen medizinischen Bildgebung«

© Privat

Georg Schramm, geboren und aufgewachsen in Görlitz, hat es nach seinem Studium und seiner Promotion an der TU Dresden/Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf an die älteste flämische Universität (KU Leuven) verschlagen, wo er seit 9 Jahren an der Verbesserung der Positronen-Emissions-Tomographie auf dem Gebiet der medizinischen Bildgebung forscht.

Warum sind Sie nach Leuven gekommen?

Ich bin 2015 nach meiner Promotion an der TU Dresden als PostDoc an die KU Leuven gekommen. Dass es Leuven geworden ist, war eher Zufall, da zu diesem Zeitpunkt gerade eine PostDoc Stelle auf meinem Forschungsgebiet (Bildrekonstruktion in der Positronen-Emissions-Tomographie) frei war.

Nach einem kurzen Zwischenstopp an der Stanford University von 2022 – 2023 bin ich seit September 2023 wieder als Assistenzprofessor für Bildrekonstruktion in der molekularen Bildgebung zurück in Leuven.

Was macht den Job für Sie interessant?

Ich arbeite auf dem Gebiet der Positronen-Emissions-Tomographie (PET), einem bildgebenden Verfahren in der Nuklearmedizin, für dessen Erfolg und stetige Weiterentwicklung, Expertise aus vielen verschiedenen Disziplinen von Chemie, Pharmazie, Physik, angewandter Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Informatik bis hin zur Medizin notwendig ist. Besonders spannend finde ich dabei die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen aus anderen Fachrichtungen in verschiedenen Forschungsprojekten, um unser gemeinsames Ziel – die Verbesserung der diagnostischen Qualität der PET – zu erreichen.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Wie bei allen Forschern: eine Revision des letzten Fachartikels, den wir zum »peer review« (Begutachtung durch Experten aus unserem Forschungsgebiet) bei einer Fachzeitschrift eingereicht haben. Darüber hinaus beschäftigt mich gerade die Vorbereitung eines »hands-on« Workshops zum Thema künstliche Intelligenz in der Bildrekonstruktion.

Was ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Mir gefallen alle Orte, an denen man gut wandern, Rad fahren und Sport treiben kann. Zum Beispiel das Tal der Lesse mit dem beeindruckenden Château de Walzin oder das Hohe Venn. Und natürlich Dinant, die Geburtsstadt von Adolphe Sax, und der botanische Garten von Leuven.

Was schätzten Sie an Leuven besonders?

Am meisten schätze ich die Lebendigkeit der Stadt, die durch die vielen Studenten und die zahlreichen Cafés mit ihren Außenterrassen geprägt wird.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Am meisten vermisse ich meine Familie, das Elbsandsteingebirge zum Klettern und Wandern, die Heimspiele des American Football Clubs Dresden Monarchs im Heinz-Steyer-Stadion und die deutschen Drogerieketten.

Prof. Dr. David Hummel: Rechtswissenschaft auf internationalem Parkett

© Privat

In Dresden geboren und aufgewachsen zog es Prof. Dr. David Hummel zum Studium der Rechtswissenschaften zunächst nach Leipzig. Nach erfolgreicher Promotion, Habilitation und verschiedenen Lehrtätigkeiten auf dem Gebiet des Öffentlichen Rechts, insbesondere dem des Steuerrechts (zuletzt an der Universität Hamburg) folgte er schließlich dem »Ruf« an den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) nach Luxemburg. Seit Oktober 2016 ist er als Referent am Kabinett der Generalanwältin Juliane Kokott am EuGH tätig.

Aus welchen Gründen sind Sie nach Luxemburg gekommen?

Das Mehrwertsteuerrecht ist letztlich der Grund, weshalb ich dort gelandet bin. Der Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist schon immer das Steuer- und Beihilferecht gewesen. Beides – insbesondere das Mehrwertsteuerrecht – beschäftigt den Gerichtshof in Luxemburg häufig. Eines Tages bekam ich einen Anruf von Prof. Dr. Juliane Kokott, die eine Referentin/einen Referenten mit Schwerpunkt im europäischen Steuerrecht suchte. Diesmal sollte es – mein Vorgänger kam aus der Finanzverwaltung – eher jemand aus der Wissenschaft sein und da gab es damals nicht so viele. Weil die Universität Hamburg damals allen Ernstes meinte, dass die ehrwürdige Hansestadt kein Steuerrecht mehr auf wissenschaftlichem Niveau benötige – ein Fehler der mittlerweile wieder korrigiert wurde – kam dieser Anruf genau zur richtigen Zeit. Im Nachhinein bin ich der Universität Hamburg sogar dankbar – ohne diesen Fehler hätte ich wohl das Angebot der deutschen Generalanwältin nicht angenommen.

Was macht Ihren Job für Sie interessant?

Ich würde sagen, für einen habilitierten Hochschullehrer gibt es keinen besseren Job als den im Kabinett eines Generalanwalts am EuGH. Im Gegensatz zur Universität muss man sich die Probleme nicht ausdenken, sondern bekommt sie – meist im Rahmen von Vorabentscheidungsersuchen – »frei Haus« geliefert. Die Schlussanträge, die ich für die Generalanwältin vorbereite, sind de facto wissenschaftliche Gutachten auf hohem und vor allem internationalem Niveau. Man bekommt ferner Einblicke in viele andere Rechtsordnungen und arbeitet dazu noch in drei Sprachen, was diesen Job einmalig macht. Vor allem aber ist die persönliche Zusammenarbeit mit Frau Kokott – sie ist eine der renommiertesten Juristen am Gerichtshof – bereichernd. Ihr geht es (wie mir auch) letztendlich immer um die richtige Auslegung des (Unions-)Rechts – es spielt keine Rolle, wie bequem oder unbequem das Ergebnis ist. Nicht zuletzt ist auch das Arbeitsumfeld am Gerichtshof und im Kabinett nicht mit der Ausstattung, die man leider mittlerweile an deutschen Universitäten gewohnt ist, zu vergleichen.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Auf jeden Fall liegt gerade zu viel auf meinem Schreibtisch. Ein sehr spannendes Verfahren betrifft gerade die Glücksspielbesteuerung (Mehrwertsteuer) in Belgien. Zur Vorabentscheidung vorgelegt ist die Frage, ob es die Richtlinie über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem erlaubt, online angebotenes Glücksspiel mit Mehrwertsteuer zu besteuern, während terrestrisches Glücksspiel steuerbefreit ist.

Was ist Ihr Lieblingsort in Luxemburg?

Luxemburg ist – so übersichtlich Land und Stadt auch sind – mit seinen Schluchten, der sich durch den Stadtgrund schlängelnden Alzette und Petruss und den beeindruckenden Plateaus landschaftlich insgesamt sehr reizvoll. Im Grunde gibt es sogar eine Art Sächsische Schweiz (das Müllertal) in kleinerer Form. Oft sind wir mit den Kindern auf der Burg Vianden, einer imposanten mittelalterlichen Befestigungsanlage im gleichnamigen Kanton. Dort besuchen wir gern den jährlich stattfindenden traditionellen Nussmarkt, auf dem man staunt, was alles aus Nüssen hergestellt werden kann. Durch seine zentrale Lage ist Luxemburg auch ein idealer Ausgangspunkt, um den Rest Europas zu entdecken.

Was schätzen Sie an Luxemburg besonders?

Das internationale Flair und die damit einhergehende hohe Toleranz mag ich sehr. Der Großteil der Einwohner der Stadt stammt nicht aus Luxemburg. Es ist normal, dass man gefühlt zehn verschiedene Sprachen in der Stadt hört, man fühlt sich nicht ausgegrenzt. Das kulturelle Angebot ist unheimlich vielfältig. Auch für Familien mit Kleinkindern ist Luxemburg eine tolle Stadt – sehr sicher, sauber, mit vielen Spielplätzen und grünen Oasen. Ferner ist gesichert, dass man eine Kinderbetreuung bekommt.

Was aus Sachsen vermissen Sie am meisten in Luxemburg?

Das ist sicher das soziale Umfeld, von dem man leider einen Teil aufgibt, wenn man seinen Lebensmittelpunkt in ein anderes Land, in meinem Fall nach Luxemburg, verlegt. Gerade der Kontakt zu Freunden ist bei nur sporadischen Besuchen in Sachsen schwer aufrechtzuerhalten. Leipzig mit seinen vielen Studenten habe ich auch immer als die lebendigere Stadt wahrgenommen. Diese »jugendliche« Atmosphäre und – für die Kinder – den Leipziger Zoo vermisse ich ein Stück weit in Luxemburg. Aber das ist schon »Jammern auf sehr hohem Niveau«.

Marina Klavina: für eine Herzensverbindung zwischen Chemnitz und Brüssel

Marina Klavina © Privat

Marina Klavina ist in Chemnitz – der Kulturhauptstadt 2025 – aufgewachsen und hat sich mit Ihrem Interesse für Politik in einem künstlerischen Profil auf dem Kaßberg in Chemnitz bilden lassen. Der Kaßberg verbindet sie noch heute mit Brüssel. Sie ist seit nun fast 11 Jahren in Brüssel und arbeitet nach mehreren Stationen in der EU im Europäischen Ausschuss der Regionen (AdR). Dort setzt sie sich für die Themen Regionalpolitik, Transformation, die Allianz der Automobilregionen sowie für die Belange der Regionen passioniert ein.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Um einen Job in der EU zu finden. Ich bin überzeugte Europäerin und habe Europawissenschaften studiert. Als jemand, die in der Ukraine geboren und in Sachsen aufgewachsen ist sowie in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien studiert hat, war für mich Brüssel als Stadt mit der Dichte an internationalen Organisationen und Menschen mit spannenden Hintergründen die nächstliegende Wahl.

Was macht den Job für Sie interessant?

Nach Jobs im Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission bin ich nun im AdR tätig. Als Schnittstelle zwischen EU-Kommission und EU-Parlament erarbeitet der AdR Positionen zu Kommissionsvorschlägen, die dann in die Gesetzgebung einfließen. Spannend ist für mich daher, dass ich meine bisherigen Arbeitserfahrungen einbringen und interessante Menschen, die ich bisher getroffen habe, an einem Tisch zusammenbringen kann. Vor allem der Bereich der Kohäsionspolitik in dem ich nun zehn Jahre arbeite, ist für mich ein sehr wichtiger, da er Europa vor Ort näherbringt.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Im Ausschusssekretariat des AdR bin ich auch für die Allianz der Automobilregionen zuständig, welche die Anliegen der Regionen, die von der digitalen und ökologischen Transformation betroffen sind, gegenüber der EU vertritt. Gerade organisiere ich eine hochrangige Veranstaltung am 22.05.2024 hierzu. Dabei geht es darum, wie wir in Zukunft diese Regionen unterstützen können, indem wir die Herausforderungen vor Ort genau unter die Lupe nehmen. Es ist sehr spannend diesen Prozess zu lenken und bringt vor der Europawahl wichtige Akteure an einem Tisch zu einem wichtigen Zeitpunkt zusammen.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel?

Die Parks – ich liebe die versteckten kleinen Parks, die zwischen den Gebäuden die Stadt so wertvoll grün machen und Ruhepunkte in der Hektik schaffen. Aber ich liebe auch den groß und zentral angelegten Park Cinquantenaire, die Blumen und die Veranstaltungen im Park. Weil mich der Triumphbogen im Park Cinquantenaire an das Brandenburger Tor in Berlin erinnert, fühle ich mich damit nach Deutschland zurückversetzt.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Brüssel hat für jeden etwas, man muss nur offen und bereit sein, in diesen Pool zu springen. Dann ist man so tief drin, dass man sich verliebt und bleibt. Brüssel ist auf den ersten Blick nicht die schönste Stadt, bringt aber so viele interessante Menschen zusammen und bietet eine alternative Kunst- und Kulturszene und ist gut an andere Metropolen angebunden. Manchmal wünsche ich mir, die Verbindung nach Sachsen wäre noch schneller.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Sachsen ist da wo mein Herz schlägt, vor allem in Chemnitz. Ich bin sehr stolz darauf, dass Chemnitz Kulturhauptstadt geworden ist und wir Europa nach Sachsen bringen können. Vor allem den Kaßberg, meine Schule und Wohngegend suche ich regelmäßig auf und es verbindet für mich Brüssel – mit seinen schönen Art Nouveau Häusern – mit Chemnitz am meisten, da der Kaßberg eines der größten zusammenhängenden Jugendstilviertel birgt.

Elisabeth Schellmann: Aus der sächsischen Hauptstadt in die europäische Hauptstadt

Elisabeth Schellmann: Aus der sächsischen Hauptstadt in die europäische Hauptstadt © Privat

Elisabeth Schellmann hat Politikwissenschaften, Politikmanagement und Umweltmanagement in Granada, Bremen und Berlin studiert. Ihre Befassung mit Umwelt- und Energiepolitik zieht sich als roter Faden seit 20 Jahren durch ihren Lebenslauf. So ist es nur konsequent, dass sie im November 2023 vom Sächsischen Ministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) nach Brüssel abgeordnet wurde, um ihre Expertise in diesen zentralen Politikbereich der Europäischen Kommission einbringen zu können.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Lust auf Europa war der Hauptgrund. Dazu kam eine passende Stelle als Abgeordnete Nationale Expertin in der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission. Ich bin dem SMEKUL und dem für Europa zuständigen Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung (SMJusDEG) sehr dankbar, dass sie die Abordnung als Nationale Expertin in die EU-Mission ermöglicht haben.

Was macht den Job für Sie interessant?

Erstens kann ich mich thematisch meiner Leidenschaft für Energie- und Klimapolitik widmen. Da ich speziell zum Thema Wettbewerbsfähigkeit der grünen Energietechnologien arbeite, passt dies auch sehr gut zu Sachsen, wo gerade dafür gekämpft wird, die Solarindustrie zu retten.

Zweitens ermöglicht mir die Arbeit fundierte Einblicke in die Prozesse der EU, wie beispielsweise die Entstehung und Verhandlungen von Gesetzen.

Drittens schätze ich die internationale, kommunikative und selbstständige Arbeitsatmosphäre, in der viele wichtige Themen im direkten Gespräch geklärt werden können.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Ich arbeite vor allem an der Stärkung der europäischen Industrie, die es für die Energiewende braucht. Konkret geht es um die Umsetzung der Netto-Null-Industrie-Verordnung. Außerdem liegt die Ausrichtung der Forschungsschwerpunkte im Bereich Solarenergie mit auf meinem Schreibtisch.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel bzw. in Belgien?

Mein Lieblingsort in Brüssel sind die grünen Oasen wie die charmante und öffentlich zugängliche ehemalige Klosteranlage, die Abbaye de la Cambre, und ein riesiger Park, der in einen Wald übergeht, den Bois de la Cambre. Dort gibt es sogar einen Reiterhof für unsere Töchter. Die Erkundung Belgiens steht noch aus, aber Antwerpen fand ich schon sehr spannend.

Was mögen Sie an Brüssel?

An Brüssel schätze ich besonders das internationale, tolerante, lässige und freundliche Flair. Es gibt immer etwas Spannendes zu entdecken. Der Verkehr ist etwas chaotisch, als passionierte Radfahrerin muss ich sehr aufpassen, dafür sind die Autofahrer sehr freundlich und lassen oft Vortritt. Außerdem sind die Zebrastreifen an fast jeder Kreuzung ein Segen für Fußgänger.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Ich vermisse unsere Familie und Freunde sowie die Selbständigkeit, die unsere Grundschulkinder in ihrem Dresdner Kiez schon hatten. Außerdem vermisse ich Badeseen und die vielfältige Natur, die wir in Dresden vor der Haustür hatten, so zum Beispiel den Arbeitsweg mit dem Rad entlang der Elbe.

Leonie Wahlmann: Wenn Leipziger Lässigkeit auf Leidenschaft für digitale Bildung trifft

© Privat

Als Leonie Wahlmann im Oktober 2022 nach Brüssel kam, ahnte sie noch nicht, dass sie hier für eine längere Zeit bleiben wird. Als zuvor begeisterte Wahl-Leipzigerin hat die gebürtige Niedersächsin zu Beginn mit der europäischen Hauptstadt gehadert, schätzt jedoch mittlerweile die kulturelle und kulinarische Vielfalt der Stadt und brennt für den Bereich der digitalen Bildung auf europäischer Ebene.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Im Oktober 2022 führte mich das Blue Book Traineeship bei der Europäischen Kommission nach Brüssel. In der Generaldirektion »Bildung, Jugend, Sport und Kultur« habe ich fünf Monate lang Einblicke in den Bereich der digitalen Bildung erhalten, was sich gut mit meinen Masterabschlüssen an der Universität Leipzig in Kommunikations- und Medienwissenschaften mit Schwerpunkt auf Medienkultur und Medienbildung sowie Global Studies ergänzt hat. Im Anschluss an das Traineeship hatte ich dann die Möglichkeit, als Policy Assistant im selben Team zu bleiben.

Was macht den Job für Sie interessant?

Ganz klar der Aspekt, dass ich mit vielen verschiedenen Akteurinnen und Akteuren aus der Bildung in den Austausch komme und das auch über EU-Ländergrenzen hinweg. Die »Europäische Plattform für digitale Bildung«, die einen Großteil meiner Arbeit ausmacht, bietet Möglichkeiten für einen sektorenübergreifenden Austausch. Dieser Austausch funktioniert nicht nur online, sondern wird zusätzlich mit Präsenz-Veranstaltungen wie den Community Workshops verwirklicht. Zudem ist meine Tätigkeit sehr abwechslungsreich, denn wir nehmen uns dem Thema der digitalen Bildung auch spielerisch an. So habe ich im vergangenen Jahr die vierte Ausgabe des »Digital Education Hackathons« – kurz DigiEduHack – organisieren dürfen. Eine Initiative, bei der Teams weltweit (online, in Präsenz oder in hybrider Form) innerhalb eines Zeitraums von 8 Tagen zum gemeinsamen Hacken für 24 Stunden zusammenkommen. Die Teams kamen aus dem gesamten Bildungs- und Ausbildungsspektrum, von Schulen, Universitäten, NGOs, Innovationszentren, Forschungslaboren und dem privaten Sektor.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Wir befinden uns aktuell noch im Europäischen Jahr der Kompetenzen, darunter fallen auch digitale Kompetenzen. Dabei befasse ich mich mit Fragen, wie man Grundkenntnisse im Bereich der digitalen Fähigkeiten für alle Altersgruppen schafft und betrachte, wie unterschiedlich dieses Thema in den Mitgliedstaaten angegangen wird. Auch der Aspekt der künstlichen Intelligenz zählt zu den derzeitigen Prioritäten in unserem Team. Hier steht vor allem das Thema des reflektierten Umgangs mit generativer künstlicher Intelligenz im gesamten Bildungssektor im Vordergrund.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel und Belgien?

Ich verbringe meine Zeit in Brüssel gerne auf Märkten und in den Kinos der Stadt. Es vergeht praktisch keine Woche, in der ich nicht mindestens eine Filmvorstellung besuche und kein Wochenende, an dem ich meinen Wochenbedarf an Obst und Gemüse nicht auf dem Markt in Flagey in Ixelles decke. An wärmeren Tagen genieße ich die Sonnenstrahlen auf den großzügigen Terrassenplätzen der unzähligen Cafés. Ich komme gebürtig aus einem Dorf bei Hannover, mit der Nordsee in angenehmer Nähe. Daher freue ich mich, an den Wochenenden entlegene Orte an der belgischen Nordseeküste zu entdecken.

Was mögen Sie an Brüssel?

Es gibt in dieser Stadt einfach so viele verschiedene Möglichkeiten, sowohl kulturell als auch kulinarisch. Wenn ich an einem Abend spontan Lust auf äthiopisches Essen bekomme, habe ich keine Probleme ein entsprechendes Restaurant zu finden. Als Filmbegeisterte komme ich in dieser Stadt ganz auf meine Kosten – ein Filmfestival jagt das andere. Durch meine Kinokarte habe ich unbegrenzten Zugang zu zahlreichen Kinos in Brüssel, wobei ich zumeist im »Cinema Galeries« in den Galeries Royales Saint-Hubert zu finden bin. Auch die Fülle an Ausstellungen begeistert mich hier. In Brüssel herrscht ein Großstadtflair, das durch das spannende internationale Publikum komplementiert wird.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Ich vermisse die Leipziger Lässigkeit, die im Kontrast zur zuweilen stressigen Brüsseler Lebensart steht. Sich nach der Arbeit entspannt aufs Fahrrad schwingen, ins Grüne fahren und in einen der zahlreichen Seen springen, ist definitiv etwas, was mir fehlt. Meine Verbindungen nach Leipzig halte ich weiterhin aufrecht. Als Vorstandsmitglied des Leipziger Kinovereins »Cinémathèque« schalte ich mich regelmäßig online zu den Sitzungen hinzu, um die spannenden und diversen Projekte des Vereins zu besprechen und freue mich, wenn ich dann und wann vor Ort dabei sein kann.

Claudia Siegel: mit einer langen Beziehung zu Brüssel

© Privat

Claudia Siegel ist Abgeordnete Nationale Sachverständige in der Generaldirektion Forschung und Innovation der Europäischen Kommission. Die Leipzigerin hat in ihrer Heimatstadt mit Aufenthalten in Großbritannien, Russland und Frankreich studiert. Vor mehr als 23 Jahren führte sie ein Projekt eher zufällig erstmals nach Brüssel. Seitdem waren ihre verschiedenen beruflichen Stationen, vorrangig im Wissenschaftsmanagement, stets eng mit der Stadt verknüpft.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Ich kannte die Stadt bereits aus früheren beruflichen Zusammenhängen im Wissenschaftsmanagement. Im europäischen Kontext zu arbeiten hat mich immer begeistert. Dabei sind es nicht nur die Themen, die den Reiz ausmachen, sondern auch die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa mit vielen unterschiedlichen professionellen Hintergründen und Blickwinkeln. Daher zögerte ich nicht, als die Chance bestand, dies nun für eine gewisse Zeit als Abgeordnete Nationale Sachverständige direkt in der Europäischen Kommission zu tun. Nicht nur die Aufgaben hier sind interessant; man sammelt auch Erfahrungen, die der abordnenden Einrichtung zu Hause nutzen.

Was macht Ihren Job in Brüssel aus?

Vor allem Vielfalt und Abwechslung. Mein Arbeitsplatz befindet sich quasi im Maschinenraum des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation, dem weltweit größten grenzüberschreitenden Forschungsförderprogramm. Als Teil einer koordinierenden Einheit bin ich mit mehreren verschiedenen Vorhaben gleichzeitig befasst. Hier arbeite ich eng mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen thematischen Bereichen zusammen, die ihre Expertise einbringen. In meiner Einheit folgen wir auch häufig Einladungen von in Brüssel vertretenen Wissenschaftsorganisationen. Wir tauschen uns dann über aktuelle Entwicklungen aus. Dies ist besonders interessant und hilfreich, weil man hier sehr direkt erfahren kann, was die Zielgruppe unseres Förderprogramms besonders bewegt.

Was liegt ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Zurzeit werden viele wichtige Stellschrauben für die Zukunft der Forschungsförderung in Europa gedreht. Es ist ein Privileg, ganz direkt zum Betrieb des laufenden Programms beizutragen und zugleich schon frühzeitig auf die Zukunft der Forschungs- und Innovationsförderung ab dem Jahr 2028 blicken zu dürfen. Beides füllt meinen Schreibtisch derzeit sehr gut.

Welcher ist Ihr Lieblingsort in Brüssel?

Das ist tatsächlich sehr schwer zu beantworten. Brüssel hat das Talent, immer wieder neue Lieblingsorte anzubieten. Wer sich an Jugendstil nicht satt sehen kann, wird täglich neue Favoriten finden. Das gleiche gilt für Stadtgrün. Brüssel birgt wahre Schätze an – manchmal auch sehr kleinen – Parks und Grünflächen, die es zu erkunden lohnt. Der Park Tenbosch ist nur ein Beispiel von vielen. In der Kombination mit dem Park von La Hulpe, etwas weiter außerhalb, ist die Fondation Folon ein ganz besonders schöner Ort für mich. Das dem Maler und Bildhauer Jean-Michel Folon gewidmete Museum habe ich schon oft besucht.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Brüssel ist eine spannende, internationale Stadt mit vielen Facetten. Man kann sie immer wieder neu entdecken – sei es in kultureller, touristischer oder kulinarischer Hinsicht. Die Lebensqualität spiegelt sich unter anderem in den zahllosen Veranstaltungen, Museen, Märkten, Restaurants, Cafés und Bars wider. Sobald es einen Sonnenstrahl gibt, sind alle Menschen sofort auf den Terrassen der Cafés und in den Parks versammelt, um den raren Moment zu genießen. Mir fällt auch immer wieder auf, wie freundlich sich die Menschen aus aller Welt hier zumeist begegnen. Die Brüsseler selbst tragen mit ihrer offenen entspannten Lebenseinstellung sowie ihrem Humor entscheidend dazu bei.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Als gebürtige Leipzigerin denke ich oft an die ganz besondere Atmosphäre der Stadt. Aber nach langen Jahren in Dresden sind es auch die Weite der Elbwiesen, die Stadtkulisse und natürlich die Sächsische Schweiz, die ich vermisse. Am Reformationstag wünsche ich mir trotz kulinarischer Fülle in Brüssel eigentlich immer ein Reformationsbrötchen auf dem Kaffeetisch.

Dr. Clemens zur Hausen: Im Einsatz für Europa und Sachsen

© Privat

Dr. Clemens zur Hausen arbeitet seit vielen Jahren als parlamentarischer Referent im Europäischen Parlament. Nach der Wahl 2019 wechselte er ins Team der sächsischen Europaabgeordneten Constanze Krehl (S&D-Fraktion) und ist seit Oktober 2022 Büroleiter von deren Nachfolger Matthias Ecke aus Dresden.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

In meinem Politik-Studium habe ich früh gemerkt, dass ich die europäische Einigung und ihre Akteure besonders spannend finde. Für meine Dissertation über europäische Parteien habe ich einige Interviews in Brüssel geführt, und beim Interview mit dem Europaabgeordneten Jo Leinen wurde mir damals klar, dass hier zu arbeiten, sicher reizvoll ist. Auch ein Praktikum bei der NRW-Landesvertretung hatte mir damals gezeigt, welch spannendes Umfeld Brüssel bietet, sowohl zum Arbeiten als auch zum Leben.

Was macht Ihren Job für Sie interessant?

Kurz gesagt: Die Vielschichtigkeit. Auf der einen Seite kommt man mit so vielen verschiedenen Themen in Berührung – bei mir ging es in diesem Jahr von der Abgasnorm »Euro 7« über die europäische Rohstoffstrategie bis zum Gigabit-Ausbau, aber auch um Anfragen zur Zeitumstellung oder zu neuen Führerschein-Vorgaben. Also viele Themen, die die Leute bewegen. Und man kommt auf der anderen Seite mit so vielen verschiedenen Menschen in Berührung – der Austausch mit Kolleg/innen aus anderen Mitgliedstaaten ist extrem bereichernd – und wenn es nur um die Frage geht, wann man sich zum Lunch verabredet (Faustregel: Nordeuropa so früh wie möglich, Südeuropa so spät wie möglich).

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Aktuell befasse ich mich mit der Europäischen Plattform für Strategische Technologien (mit dem lustigen Akronym »STEP«). Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, strategische Technologien in Europa zu unterstützen, auch mit neuen Finanzmitteln. Wir im EU-Parlament empfinden das zwar nur als kleinen Schritt, der aber – auch als Antwort auf die Subventionen in den USA oder China – unsere europäische Industrie stützen könnte. Einige Mitgliedstaaten sind aber skeptisch, und die Verhandlungen zwischen EU-Parlament und Rat der EU gestalten sich schwierig.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel und/oder Belgien?

Ich bin gerne auf den verschiedenen Märkten – am Wochenende am Place Flagey, unter der Woche in Saint Gilles oder Schaerbeek. Als Rheinländer fehlt mir in Brüssel ein Gewässer (den Kanal in Brüssel zähle ich nicht mit), daher liegt mein Lieblingsort in Belgien definitiv am Wasser – sei es an der Lesse in den Ardennen (wo man toll Kajak fahren kann) oder natürlich am Meer, das von Brüssel aus in eineinhalb Stunden erreichbar ist.

Was mögen/schätzen Sie an Brüssel besonders?

Vor allem schätze ich die internationalen Kontakte. Mit Nachbarn aus Frankreich und Slowenien auf dem Markt beim Käsekaufen einen schwedischen Kollegen zu treffen – das ist schon bereichernd. An der Stadt Brüssel schätze ich nach so vielen Jahren hier die Lässigkeit. Als Rheinländer fühle ich mich da durchaus an meine Heimat erinnert – »et kütt wie et kütt« und »et hätt noch immer jot jejange« könnte auch Brüsseler Lebensmotto sein.

Annegret Richter: Auf den roten Teppichen der Filmwelt zuhause

© Privat

Annegret Richter ist regelmäßig beruflich und privat in Brüssel. Aufgewachsen ist sie in Eibau in der Oberlausitz. Nach mehreren Jahren in New York City und London, schloss sie in Leipzig ihr Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft ab und arbeitete im Anschluss als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin in dem Bereich. Sie war Festivaldirektorin beim Filmfest Dresden und Leiterin des Animationsfilmprogramms bei DOK Leipzig. Seit 2016 ist sie Geschäftsführerin der AG Animationsfilm, dem Bundesverband der Animationsfilmbranche mit Sitz in Leipzig. Sie arbeitet regelmäßig in Jurys und Auswahlteams internationaler Festivals, ist Mitglied im Vergabeausschuss der Mitteldeutschen Medienförderung und in der Projektkommission der Zürcher Filmstiftung. Annegret Richter übernimmt ab 01.01.2024 die künstlerische Geschäftsführung beim Internationalen Trickfilmfestival Stuttgart.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Das erste Mal war ich tatsächlich nur auf der Durchreise nach Lille. Aber danach folgten mehrere Aufenthalte sowohl beruflich als Gast der Anima – Brussels International Animation Film Festival, aber auch privat.

Was macht den Job für Sie interessant?

Jeder Mensch ist schon mal mit Animationsfilmen in Berührung gekommen, aber die meisten denken dabei immer an Kinderunterhaltung und wissen recht wenig über die vielen anderen Erzähl- und Einsatzmöglichkeiten von Animation. Ich fühle mich oft als Botschafterin der Branche und versuche Brücken zu bauen zwischen denen, die als Kreative im Animationsbereich arbeiten und der Politik, der Förderung und der Öffentlichkeit. Dadurch ist meine Arbeit unglaublich vielseitig.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Wir haben gerade einen sehr erfolgreichen 2. Animationsgipfel Mitteldeutschland in Leipzig während der Medientage Mitteldeutschland durchgeführt und jetzt heißt es, die Ergebnisse sowie Ideen zusammenzufassen und weiter zu verfolgen. Es ist toll zu sehen, dass besonders Sachsen das Thema Animationsfilm als Kultur- und Wirtschaftsfaktor durchaus ernst nimmt.

Was ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Ich kenne tatsächlich außer Brüssel und Antwerpen wenige andere Orte in Belgien. Beides sind tolle Städte.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Ich schätze vor allem das Interesse der Belgier an visuellen Medien. Das hat gar nicht so viel mit Brüssel zu tun, sondern ist ja ein gesamtgesellschaftliches Phänomen in Belgien. In Deutschland tun sich viele erwachsene Menschen schwer, einen Comic zu lesen oder einen Animationsfilm zu schauen. Das ist in Belgien anders, denn hier ist es Teil des Kulturverständnisses. Das würde ich mir für ganz Europa wünschen.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Ich nehme regelmäßig Quarkbällchen von einem Leipziger Bäcker als Gastgeschenke mit zu Festivals, die ich besuche. Das kommt immer gut an.

Susanne Vermaelen: Seit 23 Jahren im Dienst der deutschen Schülerschaft in Brüssel

© privat

Die in Pirna, dem »Eingangstor zur sächsischen Schweiz«, aufgewachsene Susanne Vermaelen ist nach Stationen in Berlin und Brandenburg vor 25 Jahren der Liebe wegen nach Belgien gekommen, wo sie nun bereits seit fast 23 Jahren an der Internationalen Deutschen Schule Brüssel die Schulleitungen der verschiedenen Schulbereiche unterstützt.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Ich bin eigentlich der Liebe wegen nach Belgien und Brüssel gekommen. Im Rahmen meiner kaufmännischen Ausbildung in Pirna habe ich später in Berlin meinen belgischen Ehemann kennengelernt. Nachdem wir zunächst in Bernau, Brandenburg gelebt hatten, haben wir uns nach langem Überlegen gemeinsam dafür entschieden unseren Lebensmittelpunkt nach Belgien zu verlagern.

Was macht ihren Job in Brüssel aus?

Nach einer zweijährigen Elternzeit in Belgien, habe ich vor nunmehr 23 Jahren meine Stelle als Assistenz der Schulleitung an der Internationalen Deutschen Schule Brüssel angetreten, auf die ich tatsächlich im Rahmen der Jobsuche hier in Belgien nur zufällig gestoßen war. Unsere Schule umfasst verschiedene Schulzweige und inzwischen unterstütze ich die Leitung der Grundschule und des angeschlossenen bilingualen Kindergartens. Dabei fällt eine Vielzahl verschiedener und vielfältiger Tätigkeiten in meinen Aufgabenbereich. Über das Sekretariat, Schulgesundheitswesen u. a. Unfall- und Krankmeldungen, Schul- und Amtsarzt, Koordinierung Mensa-Anmeldungen, Zeugnisse, etc. Eben alles, um den Schulalltag am Laufen zu halten.

Was liegt gerade ganz oben auf ihrem Schreibtisch?

Derzeit bereite ich intensiv die jährlichen schulärztlichen Untersuchungen der Schüler und Schülerinnen für alle unsere Schulbereiche vor. Dies ist gerade aufgrund der hohen Fluktuation an unserer Schule meist sehr umfangreich. Für jede Klasse müssen dabei die medizinischen Bögen erstellt, aktualisiert und dabei Klassenlisten erneuert werden.

Was ist ihr Lieblingsort in Belgien?

Mein Lieblingsort in Belgien ist tatsächlich mein Wohnort: Rotselaar in Flämisch-Brabant und die in der Nähe gelegene Stadt Leuven sowie das Hageland. Man findet dort eine schöne ländliche und ruhige Gegend und mit Leuven als Studentenstadt, in der eigentlich immer etwas los ist, kann man zugleich die Stadtnähe genießen.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Mir gefällt besonders das internationale Flair der Stadt. Das ist eine ganz andere Welt als zum Beispiel Dresden oder Pirna. Alles ist sehr weltoffen und alle möglichen Nationen sind vertreten. Hier denkt man Europa, das gefällt mir sehr.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Auf jeden Fall die sächsische Schweiz, die Gegend liebe ich nach wie vor sehr. Aber auch diese »urgemütliche« Mentalität der Sachsen und Dinge, die ich unweigerlich mit Sachsen verbinde, wie die Museen mit den alten Meistern und auch ein paar der traditionellen Dinge, wie zum Beispiel den Dresdner Christstollen. Gerade erst habe ich von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, davon welchen für die kommende Weihnachtszeit nach Belgien zu bestellen.

Henriette Rytz: Verbindet Berlin und Brüssel

© Privat

Henriette Rytz ist Leiterin des Verbindungsbüros in Brüssel der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Sie ist in Leipzig geboren und hat die ersten zehn Jahre ihres Lebens dort verbracht.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Mein eigentlicher Dienstort ist in Berlin, aber ich bin regelmäßig in Brüssel. Etwa einmal im Monat komme ich nach Brüssel, um Termine wahrzunehmen, Gespräche zu führen und mein Team zu begleiten. Ich bin also nur eine halbe Brüsselerin.

Was macht den Job für Sie interessant?

Den Brückenschlag zwischen Berlin und Brüssel finde ich spannend. Ich bin in beiden politischen Welten zu Hause. In beiden Städten habe ich mein Netzwerk, die ich miteinander verknüpfe. Der Bedarf des Austausches ist immens. In Brüssel erkläre ich den Berliner Politikbetrieb, welche Themen gerade anstehen; und im Bundestag ist es genau andersherum.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Der Endspurt in der aktuellen Legislatur in Brüssel führt zu einer Vielzahl an Themen, die gleichzeitig abgeschlossen werden sollen. Ich habe mir auch das Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission für 2024 angeschaut. Viele Dossiers sind dabei noch offen. Mein Blick geht natürlich auf den Europäischen Grünen Deal, die Klimapolitik und den Naturschutz. Im Rat der EU wird derzeit die strategische Agenda erarbeitet, die den Arbeitsauftrag der kommenden EU-Kommission umreißen wird.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel und Belgien?

Ich mag die Plätze der Stadt, wo abends das Leben stattfindet; dann erwacht die Stadt erst richtig. Da spüre ich mediterranes Lebensgefühl trotz des manchmal schrecklichen Wetters.

Was mögen Sie an Brüssel?

Natürlich gefällt mir das internationale Flair in der Stadt. Hier herrscht eine ganz besondere Arbeitsatmosphäre, weil Menschen aus ganz Europa die europäische Idee mit Leben erfüllen. Außerdem weiß ich die kulinarische Szene in Brüssel sehr zu schätzen. Auch einfache Restaurants haben hier eine eigene Qualität.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Als Kind habe ich viel Zeit im Vogtland verbracht. Ich vermisse die Wälder und Wiesen dort. Was ich wirklich an Sachsen mag, sind die Bäckereien und besonders die Kuchen wie Eierschecke und Quarkkeulchen.

Michael Hack: Für die Chemieindustrie in Brüssel – auf die Verbindungen kommt es an.

© Privat

Für den überzeugten Europäer Michael Hack war es folgerichtig, irgendwann im Laufe seines Berufslebens in Brüssel zu landen, um dort aktiv an für die europäische Chemieindustrie wichtigen Themen wie etwa dem globalen Freihandel mitzuarbeiten. Als Mitbegründer einer Kommunikationsagentur in Leipzig und Dozent in Glauchau ist er von Brüssel aus weiterhin eng mit dem Freistaat verbunden.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Aus Interesse an Europa und an der europäischen Idee. Ich bin überzeugter Europäer und Brüssel ist dann die richtige Stadt. Zum ersten Mal bin ich ganz klassisch als Praktikant Anfang der 2000er Jahre nach Brüssel gekommen und seitdem ließ mich Brüssel nicht mehr los. 2007 war ich zurück in Brüssel als Leiter des Netzwerks der Europäischen Chemieregionen (ECRN) und arbeite nach einem Aufenthalt in Berlin nunmehr seit 2021 als Generalsekretär des International Bromine Councils (BSEF), dem globalen Verband der Bromindustrie.

Was macht den Job für Sie interessant?

Die europäische und globale Perspektive. Es ist faszinierend zu sehen, welche wirtschaftliche Entwicklung in Asien stattfindet. Und zu sehen, was wir in Europa davon lernen können und wie wir daran teilhaben können. Wir arbeiten – trotz aller gegenwärtig anderslautenden Stimmen – noch immer in einer globalisierten Welt, wovon wir in Europa besonders profitiert haben. Gegenwärtig findet höheres Wachstum außerhalb Europas statt. Aber die EU ist und bleibt eine Wirtschaftsmacht und dadurch genießen europäische Regeln weltweit Beachtung und finden Nachahmung. Dieser Einfluss der Gesetzgebung der EU ist nicht zu unterschätzen und meine Erläuterungen zu EU-Initiativen stoßen außerhalb Europas auf großes Interesse.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Für mich haben der Freihandel und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Weltregionen größte Priorität. Die Produkte der Mitgliedsunternehmen meines Verbands finden sich vor allem auch im Elektronikbereich wieder. Und hier sind die globalen gegenseitigen Abhängigkeiten besonders evident. Freihandel und regelbasierter Handel haben zu einer langen, recht friedlichen Periode einer weltweiten Zusammenarbeit geführt. Meine persönliche Überzeugung ist, dass wir eine Stärkung der Institutionen benötigen, die dies möglich gemacht haben. Das Zitat »Wer Handel treibt, schießt nicht aufeinander« ist mehr denn je aktuell.

Was ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Ein Kaffee und Zeitung lesen im Café Belga oder ein Bier im mittlerweile leider geschlossenen Monk, das ist für mich Brüssel pur mit vielen Erinnerungen. Und beide Orte stehen auch für die schöne Mischung aus der Expat-Eurobubble mit Brüsseler/innen und Belgien insgesamt.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Die Vielfältigkeit und Überschaubarkeit. Brüssel ist keine besonders große Stadt, bietet aber kulturell und vor allem auch gastronomisch sehr viel. Die Sommer – wenn das Wetter mitspielt – mit den vielen Open-Air-Konzerten und vielbesuchten Parks machen die Stadt sehr lebenswert. Und ich mag die belgische Apero-Kultur.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Die herzlichen Menschen. Ich habe ganz einfach viele persönliche positive Erfahrungen gemacht und Sächsinnen und Sachsen sind für mich sehr menschlich und nahbar. Vor Jahren habe ich in Leipzig eine Kommunikationsagentur mitbegründet und bleibe damit dieser schönen Stadt verbunden. Zudem macht es mir viel Freude, als Dozent an der Berufsakademie in Glauchau alljährlich ein Seminar zur EU zu geben und hier viele talentierte junge Menschen kennen zu lernen.

Daniel Landeck – für Ungarn in Europa

© Privat

Daniel Landeck studierte Staatswissenschaften und Internationale Beziehungen in Deutschland, Österreich und Ungarn und absolvierte unter anderem ein Praktikum in der Sächsischen Staatskanzlei in Dresden. Er hat sowohl sächsische, schlesische als auch ungarische Wurzeln und arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Außen- und Sicherheitspolitik, unter anderem im ungarischen Parlament. Bis vor Kurzem leitete er das Brüsseler Büro der Stiftung für ein Bürgerliches Ungarn, einer Stiftung von Fidesz, vergleichbar etwa mit der Konrad-Adenauer-Stiftung. Eine seiner Aufgaben war es, die ungarischen Standpunkte zu erklären, Missverständnisse auszuräumen und Brücken zu bauen. Seiner Meinung nach weichen die ungarischen Positionen zwar oft vom europäischen Mainstream ab, dennoch sind diese Positionen legitime nationale Interessen Ungarns.

Warum sind Sie (damals) nach Brüssel gekommen?

Ungarns politische Positionen weichen oft vom europäischen Mainstream ab. Zum Beispiel wollen wir illegale Migration stoppen, Familien so stark fördern, wie nur möglich, unsere Kinder vor Woke- und LGBTQ-Propaganda schützen und wir möchten lieber ein Europa der Nationen und Regionen als eine vereinheitlichte EU, welche von Bürokraten im fernen Brüssel gestaltet wird. Dies sind unserer Meinung nach legitime Ziele, welche von den ungarischen Wählern auch unterstützt werden. Meine Aufgabe war es, dies in Brüssel zu erklären und auch aufzuzeigen, dass das Ungarn-Bild in den westlichen Medien oft sehr verzerrt oder sogar falsch ist und es im Übrigen viele Gemeinsamkeiten und gemeinsame Ziele gibt.

Was machte den Job für Sie interessant?

Diese Arbeit ist ihrer Natur nach sehr abwechslungsreich. Man arbeitet mit vielen unterschiedlichen Akteuren aus ganz Europa zusammen, welche aus allen gesellschaftlichen Bereichen kommen und die oft sehr unterschiedliche Ansichten und Ziele haben. Wenn man es dann trotz allem schafft, Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und erfolgreiche Zusammenarbeit zu initiieren, ist das nicht nur für Ungarn, sondern auch für ganz Europa gut. Europa hat konstruktiven Dialog und gegenseitige Toleranz sowie Zusammenhalt heute nötiger denn je.

Was liegt gerade ganz oben auf ihrem Schreibtisch?

Derzeit bereite ich mich auf eine neue Aufgabe vor und lese in diesem Zusammenhang sehr viel. Ich bleibe natürlich weiter in meinem Fachbereich, der europäischen Politik, allerdings werde ich in eine andere europäische Hauptstadt gehen. Ich freue mich schon sehr auf diese neue Herausforderung und hoffe auch dort so viele neue Brücken bauen zu können, wie ich es in Brüssel konnte.

Was war Ihr Lieblingsort in Belgien?

Die belgische Architektur gefällt mir sehr und ich habe es immer am meisten genossen, einfach durch die Stadt zu spazieren und neue Straßen, Plätze und Viertel zu entdecken. Auch habe ich viele Ausflüge in andere Städte und Dörfer unternommen. Ganz besonders gut gefallen hat mir zum Beispiel auch Mechelen und ich kann es sehr empfehlen, mal einen Tag dort zu verbringen. Natürlich gibt es dort auch eine alte Brauerei mit ausgezeichneter Gastwirtschaft.

Was schätzten Sie an Brüssel besonders?

Außerhalb der Brüsseler Blase, dem Europaviertel, gibt es viele Stadtteile, die sehr ruhig, gemütlich und grün sind. Unvergesslich bleibt aber auch die Lebensfreude, die sich nicht zuletzt in den vielen ausgezeichneten Cafés und Restaurants widerspiegelt. Auch die Vielsprachigkeit in Brüssel habe ich immer sehr gerne gehabt, unter anderem weil ich das Flämische gerne höre und spreche.

Was vermissten Sie am meisten aus Sachsen?

Meinen Lieblingsort in Dresden: die Brühlsche Terrasse, die auch Balkon Europas genannt wird und die Elb-Auen. Aber auch Meißen, Moritzburg und das Elbsandsteingebirge werde ich sicherlich wieder besuchen!

Wie bleiben Sie mit Brüssel verbunden?

Ich habe vor vielen Jahren schon einmal in Brüssel gelebt und gearbeitet. Dann war ich lange Zeit in Ungarn, um danach wieder nach Brüssel zu kommen. Nun verlasse ich Brüssel wieder. In Belgien und Brüssel habe ich viele Freunde und Kollegen, mit denen ich den Kontakt halten werde. Daher scheint mir eines sicher: Brüssel hat einen festen Platz in meinem Leben und ich werde sicherlich wieder einmal zurückkehren!

Helene-Olesja Betuch: Regional- und Forschungsförderung sind ihre Spezialgebiete

Kommissarin für Regionalpolitik Elisa Ferreira links, Helene-Olesja Betuch rechts © Helene-Olesja Betuch

Mein Job in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt bei der Europäischen Union umfasst sowohl das Themengebiet Regionalpolitik einschließlich des mehrjährigen Finanzrahmens als auch die Themengebiete Forschung und Innovation mit Fokus auf das europäische Rahmenprogramm Horizont Europa. Das letzte Thema habe ich von der Pike auf, zunächst bei Fraunhofer in Leipzig und später im sächsischen Wissenschaftsministerium in Dresden gelernt und »beackert«.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Durch meine vorhergehenden Tätigkeiten war ich immer wieder in Brüssel. Zunächst als Wissenschaftlerin und Projektkoordinatorin bei der Fraunhofer-Gesellschaft, später als Referentin im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Durch meine Hospitation im damaligen Sachsen-Verbindungsbüro in Brüssel hat sich das Ziel, in dieser Stadt zu leben und zu arbeiten, manifestiert.

Was macht den Job für Sie interessant?

Meine Tätigkeit ist vielfältig: einerseits verfolge ich die Entwicklungen auf der europäischen Ebene und berichte anlassbezogen ins Land und andererseits muss ich auch die Schwerpunkte und Interessen Sachsen-Anhalts in Brüssel vertreten, um so das Land und seine Positionen zu repräsentieren. Die Besonderheit liegt darin, sich immerzu mit neuen Themen, Inhalten, gesetzlichen Vorgaben und ähnlichem zu befassen. Dabei ist auch die Kommunikation mit unterschiedlichen Akteursgruppen nicht zu unterschätzen.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Die Nachbearbeitung einer Veranstaltung für die EU-Forschungsreferentinnen und -referenten der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen Sachsen-Anhalts. Wir haben uns alle gerade zwei Tage hier in Brüssel in unserer Landesvertretung ausgetauscht. Weitere Themen sind »Strategische Technologien für Europa« (STEP), Mission Neues Europäisches Bauhaus und Vorbereitung der Stellungnahme der deutschen Ministerpräsidenten Konferenz zur Zukunft der Kohäsionspolitik – um die wichtigsten zu nennen.

Was ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Tatsächlich Brüssel, die Stadt mit all ihren Facetten – im beruflichen wie auch im privaten Kontext. Wenn man die Hubschrauber kreisen hört, weiß man, jemand wichtiges ist in der Stadt. Vermutlich ein Staatsoberhaupt, oftmals sind es auch gleichzeitig sehr viele. Andererseits mag ich, dass man die Perspektive des Malers Magritte wiederentdeckt: Wenn man die Tauben anschaut und in den blauen mit weißen Wolken versetzten Himmel guckt, weiß man, es ist seine Stadt. Wobei ich auch sehr gern in die Umgebung der Hauptstadt fahre. Ruckzuck ist man am Meer oder im Hohen Venn.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Alles. Vor allem die Kontraste. Wenn Gegensätze sich anziehen, ist Brüssel der Beweis.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Leipzig – in diese Stadt habe ich mich bereits bei der ersten Ankunft „verguckt“. Der Bahnhof hat mir sehr imponiert. So einen findet man in Brüssel leider nicht. Dafür gibt es hier mehrere…

Maxi Espeter: Für Europa in Brüssel

© Privat

Maxi Espeter ist in der Stadt Frohburg im Leipziger Land aufgewachsen und studierte später an der Universität Leipzig und in Uganda European Studies. Sie ist seit nunmehr 8 Jahren in Brüssel und arbeitet im Büro des sächsischen Europaabgeordneten Dr. Peter Jahr MdEP.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Für den letzten Punkt meines Masterstudiums in European Studies habe ich mich für ein Praktikum im Europäischen Parlament entschieden, konkret bei dem sächsischen Europa-Abgeordneten Dr. Peter Jahr MdEP. Die Einblicke in die Arbeit eines Abgeordneten waren sehr spannend, vielseitig und anspruchsvoll. Schon nach sechs Wochen, unmittelbar nach dem Praktikum konnte ich direkt eine frei gewordene Stelle im gleichen Büro antreten, die ich seitdem mit viel Freude ausfülle.

Was macht den Job für Sie interessant?

Kein Tag ist wie der andere. Wenn ich morgens mit einem strukturierten Plan für den Tag ins Büro komme, dann muss dieser schon schnell geändert und angepasst werden, weil eilige Termine, neue Sachlagen oder politische Anforderungen dies erfordern. Ich muss mich dabei in sehr verschiedene Themenbereiche einarbeiten. Das wird nicht langweilig. Andererseits bekomme ich dadurch aber auch einen europäischen Blick, eine andere Perspektive, auf die Aufgaben und Themen, die in Europa angegangen werden müssen.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Das ist die Organisation für eine Besuchergruppe für den Europaabgeordneten Jahr. Aber streng genommen gibt es bei mir kein oben oder unten; es liegt praktisch alles nebeneinander, weil eigentlich alles gleichzeitig bearbeitet werden muss. Trotzdem gibt es natürlich inhaltliche Schwerpunkte. Im Bereich Landwirtschaft ist dies zum Beispiel gerade das Thema »Neue Züchtungstechniken«, das ich für die Sitzung des Landwirtschaftsausschusses vorbereite.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel?

Ganz besonders liebe ich die vielen öffentlichen Parkanlagen, in denen man Natur mitten in der Stadt erleben kann – grüne Oasen wie Inseln im Häusermeer. Natürlich schätze ich auch die vielen Cafés, Bars und Restaurants, vor allem aber mag ich die Erholung mit der Familie im Grünen Gürtel von Brüssel. Wir sind gern mit dem Fahrrad unterwegs. Das gut ausgebaute Radwegenetz in Belgien kommt uns da sehr entgegen.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Brüssel ist für mich DIE europäische Hauptstadt, nicht Straßburg oder eine andere Hauptstadt. Brüssel ist nicht so groß wie London oder Berlin; die Stadt hat eine überschaubare Größe, in der man sich wohlfühlen kann und die eine Atmosphäre ausstrahlt, die wirklich Lebensqualität bietet.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Meine Familie natürlich. Ich vermisse aber auch das deutsche Brot und das sächsische Bier. Wenn wir aus Deutschland zurückkommen, ist das Auto damit gut gefüllt. Ich vermisse aber auch das Leipziger Neuseenland und die vielen Bademöglichkeiten. Dazu muss man einfach wissen, dass es so etwas in Belgien kaum gibt. Man fährt hier entweder an die Nordsee oder verzichtet auf das Baden im Freien. Wenn man großes Glück hat und doch eine Badestelle kennt, drängelt man sich unter Hunderten anderen – da lobe ich mir schon die sächsische Großzügigkeit, die wir diesbezüglich bei uns haben.

Claudia Rubach: Eine Dresdnerin am Puls der europäischen Gesetzgebung

© Privat

Claudia Rubach, geboren und aufgewachsen in Dresden, hat es schon zu Schulzeiten in die große, weite Welt gezogen. Nach einem Auslandsschuljahr in den USA ging es zum Studium nach Konstanz und, nach einem Zwischenstopp in Berlin, nach Maastricht. Seit 2009 lebt sie in Brüssel und ist seitdem in verschiedenen Positionen im Europäischen Parlament tätig. In ihrer Freizeit nutzt sie jede Gelegenheit zum Reisen. Obwohl Brüssel mittlerweile ihr Zuhause ist, pflegt sie bis heute eine enge Verbindung zu ihrer sächsischen Heimat.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Aufgrund meines Master-Studiums im Fach »Europäische Politikberatung« war es naheliegend, das Pflichtpraktikum am Studienende in Brüssel zu absolvieren. Im Anschluss bot sich die Gelegenheit, eine Stelle als Assistentin eines Europaabgeordneten anzutreten. Seitdem bin ich Brüssel und dem Europäischen Parlament (EP) treu geblieben.

Was macht Ihren Job für Sie interessant?

An knapp sieben Jahre Abgeordnetenbüro mit Schwerpunkt Haushaltspolitik schlossen sich sechs Jahre als Fraktionsreferentin im Innenausschuss an. Ende 2022 bin ich schließlich in die EP-Verwaltung gewechselt und arbeite als Administratorin im Sekretariat des Haushaltsausschusses. Dadurch bin ich nah an den politischen Entscheidungsträgern und kann Gesetze aktiv mitgestalten. Da es in Europa keine Regierungskoalition gibt, müssen im EU-Parlament ständig neue politische Mehrheiten gefunden werden. Mitunter können Fraktionen auch entlang nationaler Delegationen gespalten sein. Das macht die Arbeit an Gesetzen zum Teil langwierig und kompliziert, aber auch extrem spannend. Schließlich schaue ich zwangsläufig über den (deutschen) Tellerrand, weil ich ständig mit anderen nationalen Perspektiven und Realitäten konfrontiert werde.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Wir stehen gerade am Beginn des Haushaltsverfahrens für das Jahr 2024, wobei ich mich vorrangig um den Bereich Migration und Grenzschutz kümmere. Darüber hinaus steht die Revision des mehrjährigen Finanzrahmens für 2021-2027 an. Ein weiterer Aufgabenbereich ist die parlamentarische Kontrolle der Umsetzung der Aufbau- und Resilienzfazilität, der wichtigsten Komponente des Wiederaufbaufonds, sowie des Rechtsstaatlichkeitsmechanismus, der Risiken für den EU-Haushalt aufgrund von Rechtsstaatlichkeitsdefiziten in einzelnen Mitgliedstaaten abwenden soll.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel und/oder Belgien?

Als Cocktail-Liebhaberin bin ich gern in der Bar Marcelle im Stadtzentrum. Meine Lieblingsstadt in Belgien ist allerdings Gent. Ein Ausflug zum dortigen Weihnachtsmarkt ist jeden Dezember Pflichtprogramm. Ansonsten erkunde ich gerne mit dem Rad das Brüsseler Umland und gehe in den Ardennen wandern.

Was mögen/schätzen Sie an Brüssel besonders?

Neben dem internationalen Flair, der sich auch in einer sehr guten Restaurant- und Konzertszene niederschlägt, finde ich es toll, dass man fast alle wichtigen Orte in Brüssel zu Fuß oder per Fahrrad erreichen kann. Als großer Reise-Fan schätze ich zudem die vielen Direktflugverbindungen nach ganz Europa (leider mit Ausnahme von Dresden) und in die Welt.

Was aus Sachsen vermissen Sie am meisten?

Die Jahreszeiten, Badeseen/Freibäder, die Dresdner Elbwiesen, die Semperoper, die gut beschilderten Wanderwege in der Sächsischen Schweiz sowie so manches einheimische Essen, z. B. die »DDR-Brötchen«, sächsischen Sauerbraten, Soljanka und die gefüllten Kakaospitzen von Gräfe.

Ronny Zschirpe: Im Auftrag der Autoindustrie von Zwickau über Qingdao nach Brüssel

© Privat

Nachdem der geborene Thüringer der Liebe wegen über 22 Jahre lang in Zwickau lebte und arbeitete, hat Ronny Zschirpe nun seinen Lebensmittelpunkt gemeinsam mit seiner Familie seit fast einem Jahr in Brüssel, wo er als Leiter des Industrial Engineering des Audi Produktionsstandortes Brüssel die Optimierung der Prozesse und die erfolgreiche Einführung der Produktion eines bisher allein in Zwickau gefertigten Elektro-Modells sicherstellt. Bevor ein innerbetrieblicher Stellentausch den Umzug nach Belgien ermöglichte, verbrachten vier Mitglieder der insgesamt sechsköpfigen Familie für den Konzern bereits drei Jahre in Qingdao in der chinesischen Provinz Shandong. Doch auch die Verbindung zu Sachsen ist weiterhin groß, so ist Ronny Zschirpe auch weiterhin Mitglied des SV Zwickau von 1904 e.V. im Bereich Triathlon und war bis Mitte 2019 bei etlichen sächsischen Triathlon-Wettbewerben dabei, wo ihn auch seine Familie, selbst jahrelang im regionalen Sport aktiv, stets begleitete. Noch immer hält er sachsenweit die Kontakte zu den Vereinskameraden und Veranstaltern der Wettkämpfe.

Aus welchen Gründen sind Sie nach Brüssel gekommen?

Der Umzug nach Belgien hat uns als Familie, nachdem wir aufgrund der COVID-19-Pandemie 32 Monate ununterbrochen in China waren, in denen auch keine Besuche in Sachsen möglich waren, vor allem auch die Möglichkeit eröffnet, etwas näher bei dem Rest der Familie zu sein und gleichzeitig weiterhin das Leben in einer internationalen Gemeinschaft genießen zu können. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass unsere beiden ältesten Kinder nicht hier mit in Belgien wohnen.

Was macht Ihren Job für Sie interessant?

So ziemlich alles. Ich bin ehrlich gesagt sehr begeistert davon. Als Leiter des Industrial Engineerings eines Produktionsstandortes ist man zentraler Ansprechpartner für die Werker in der Produktion, für das Management, Werkleitung, Gewerkschaften, die Zentralen in Wolfsburg und Ingolstadt. Man ist über alle Bereiche aktiv, vom Karosseriebau über die Logistik bis zum Versand der Fahrzeuge. Eben über die gesamte Prozesskette. Ebenso steht man im Kontakt mit den Strategieabteilungen in den Firmenzentralen und ist mit der technischen Entwicklung bzgl. neuer Produkte betraut. Das alles ist sehr spannend und interessant.

In Brüssel wird der Job dazu noch mit einer internationalen Mannschaft abgerundet. Wir sprechen in unserer Abteilung 4 Sprachen, was natürlich herausfordernd ist. Audi Brüssel hat gut 3.000 Mitarbeiter/innen aus ca. 50 Nationen. Mehr Internationalität geht nicht. Das macht daher besonders viel Spaß.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Oberste Priorität hat derzeit die Integration der Produktion des Audi Q4 e-tron, welcher bisher allein in Zwickau hergestellt wurde und nun aufgrund der Nachfrage und zur Verringerung der Wartezeiten auch in einem weiteren Werk, Brüssel, produziert werden soll.

Welches ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Da wir erst seit ca. 9 Monaten hier sind, entdecken wir gerade noch sehr viel. Sehr gut gefällt uns aber bereits der Ort De Haan an der belgischen Küste. Im Rahmen eines Ausflugs haben wir zudem jüngst auch Dinant mit seinem sehr schönen Flair und einer sehr interessanten Geschichte entdeckt. Auch Leuven, wo als Universitätsstadt mit vielen jungen Menschen eigentlich immer was los ist, gefällt uns sehr.

Jeweils drei Eigenschaften von Brüssel, die Sie schätzen und die Sie weniger mögen?

Sehr schätze ich die vielen freundlichen und hilfsbereiten Menschen sowie vielfältigen Möglichkeiten und Restaurants in der Stadt sowie den Umstand, dass Brüssel eine sehr fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt ist, wo jeder auch auf den anderen Verkehrsteilnehmer achtet. Nicht so sehr gefällt mir dagegen vor allem die eher weniger umweltfreundliche Mülltrennung und -entsorgung sowie die in den Grenzen der verschiedenen Kommunen bestehenden individuellen Regelungen.

Was fehlt Ihnen am meisten an Sachsen hier in Brüssel?

Bautzner Senf, den bekommt man leider nirgends zu kaufen, wohingegen ich Radeberger Pils selbst in China bekommen habe. Und natürlich die Familie! Insbesondere vermisst meine Frau unsere beiden älteren Kinder, die in Sachsen leben. Wir genießen es deshalb daher nun sehr, vor allem nach den zwei Jahren Pandemie, im Gegensatz zu tausenden jetzt »nur noch« 700 km entfernt zu sein.

Henriette Gleau: Da sein für die Nachhaltigkeit Europas

© Privat

Henriette Gleau ist geboren in München und verbrachte meistens ihre Ferien bei den Großeltern in Leipzig. Sie ist Politikberaterin im Büro für Nachhaltigkeit des europäischen Sozialpartners SGI Europe und vertritt die öffentliche Daseinsvorsorge auf europäischer Ebene. Nach ihrem abgeschlossenen Masterstudium in EU Energy and Climate Policies in London zog sie ein damals gedachter temporärer Praktikumsplatz nach Brüssel. Seither hat der Charme Brüssels sie zum Bleiben verleitet, aber Leipzig wird immer einen besonderen Platz in ihren Leben haben.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Nach meinem Masterstudium in London hat mich ein aufregender Praktikumsplatz im Solarbereich angelockt und ich dachte damals, dass es dabei bleiben wird und ich wieder nach Großbritannien zurückkehren werde. Acht Jahre und zwei Kinder später weiß ich nun, wir bleiben noch ein Weilchen!

Was macht den Job für Sie interessant?

Als Politikberaterin für die öffentliche Daseinsvorsorge, liebe ich es, mit Menschen zu arbeiten. Mein Job verlangt viel diplomatische Finesse, immer ein offenes Ohr zu haben für alle Parteien und gute Teamarbeit. Mir macht es Spaß, politische Themen, die mich auch persönlich interessieren und betreffen wie Klimapolitik und Nachhaltigkeit, in meine Lobbyarbeit einzugliedern. Ich kann letztendlich das, was ich studiert habe, in meiner jetzigen Arbeit praktizieren und bin glücklich mein Talent von Redseligkeit und Neugierde weiter einsetzen zu können.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Alles, was das politische Klimaherz begehrt. Viele Themen unter dem Grünen Deal von Wasserschutz, zu Mobilität und Energiewende, bis hin zu nachhaltigen Finanzen.

Was ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Ich finde Mechelen wunderschön. So modern und dynamisch gemischt mit den alten und für Belgien typischen individuellen Häusern, die lieben und relaxten Leute. Es scheint so, als wäre dort die Zeit etwas stehen geblieben und die Hektik von Brüssel bleibt dort komplett aus.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Man kann sein wie man will und es wird gerne toleriert. Brüssel ist wirklich die Mitte Europas. Hier passen alle rein. Ich finde es schön, sich nicht unbedingt anpassen zu müssen, immer neue und verschiedene Leute kennenzulernen und immer wieder seinen eigenen Horizont erweitern zu können. Außerdem liebe ich das französische Flair mit den Cafés, guten Weinen und frischem Käse, solche herrlichen Kleinigkeiten und dann noch am besten ins MiMa Museum und sich von jungen Künstlern bereichern lassen: Parfait.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Ganz klar Kaffee und Kuchen! Guter Streuselkuchen oder Bienenstich, generell Blechgebäck vermisst man hier. Dazu noch der Geruch von verbrannter Kohle und Terpentinöl in der Luft, typischer Geruch vom Osten, bringt mich sofort zurück in die schönste Zeit meiner Kindheit: Bei Oma und Opa mit Hund beim Frühstücktisch, ich auf der Hitsche gemütlich ein Gebäck verspeisen. Wer weiß, wo mich meine Nase (wieder) als nächstes hinbringt.

Oliver Loebel: Ein sächsischer Wasserexperte

© Privat

Oliver Loebel ist Generalsekretär des Europäischen Verbandes der Wasserversorger Eureau. Der gebürtige Leipziger wuchs in Taucha auf und studierte Außenwirtschaft an der Hochschule für Ökonomie in Berlin und machte einen MBA-Abschluss an der Ecole des Ponts et Chaussées Paris. Oliver Loebel ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Es war eher Zufall. Ich habe in Brüssel in den 90er Jahren einen mehrwöchigen Französisch-Intensiv-Kurs gemacht. Anschließend ergab sich die Möglichkeit, dass ich als nationaler Experte bei der Europäischen Kommission für die Handwerkskammer Leipzig arbeiten konnte. Das war 1994. Ich bin dann in Brüssel geblieben und arbeite jetzt für den europäischen Wasserverband Eureau.

Was macht den Job für Sie interessant?

Bei Eureau vertreten wir Ziele, die den Europäischen Green Deal und eine nachhaltige Zukunft unterstützen. Unser Ziel ist es, Wasserressourcen und die Umwelt zu schützen und zu schonen. Die Vielfalt der Themen reizt mich. Wir decken die Bereiche Landwirtschaft, Chemikalien, Gewässerschutz, Kreislaufwirtschaft und Biodiversität ab. Ich lerne jeden Tag etwas Neues.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Es sind zwei Themen, die mich beschäftigen. Als erstes ist es die Verordnung zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, die zurzeit im Europäischen Parlament und im Rat der EU verhandelt wird. Das andere Thema ist die Überarbeitung der Richtlinie über das kommunale Abwasser.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel und Belgien?

In Brüssel mag ich Ixelles sehr gerne, z. B. das Viertel um die Kirche Saint-Boniface, weil es sehr lebendig ist. Es gibt dort viele Kneipen und Restaurants. Es macht immer Spaß, dort durchzulaufen. In Belgien mag ich die ehemaligen Treidlerwege entlang der Kanäle, die jetzt in Radwege umgewandelt wurden.

Was mögen Sie in Brüssel und was gefällt Ihnen weniger in der Stadt?

Mir gefällt das internationale Flair und die verschiedenen Kulturen. Ich mag auch die unkomplizierte Art, wie man in der Stadt empfangen wird. In meiner Straße ist man sofort per Du. Die Türen stehen offen und man hilft sich untereinander. Was mir weniger gefällt, ist der Abfall auf den Straßen und der enorme Autoverkehr.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Die gute sächsische Küche mit Klößen und Rouladen. Das deutsche Roggenbrot natürlich, das man aber auch auf einigen Märkten in Brüssel finden kann. Die Entfernung zu meiner Familie und meinen sächsischen Freunden ist auch sehr groß.

Lutz Walter: Für die Förderung von Textilforschung und -innovation unterwegs

© Privat

Lutz Walter ist gebürtiger Karl-Marx-Städter, der kurz nach der Wende in seiner Heimatstadt an der TU Chemnitz Betriebswirtschaft studiert hat. Danach zog es ihn ins französischsprachige Ausland. Hier in Brüssel arbeitet er seit inzwischen über 20 Jahren für die Förderung von Textilforschung und -innovation.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Im September dieses Jahres feiere ich mein 25-jähriges Jubiläum in Brüssel. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft an der TU Chemnitz hatte ich noch ein Jahr Politikwissenschaften am Institut Sciences Politiques in Rennes in Frankreich rangehängt und auf dem Rückweg Richtung Deutschland bin ich vorerst für ein 5-monatiges Praktikum bei der Europäischen Kommission und dann permanent in Brüssel »hängengeblieben«.

Was macht den Job für Sie interessant?

Ich leite seit 10 Jahren ein europäisches Netzwerk von Textilforschenden und -innovatoren/innen namens »European Technology Platform for the Future of Textiles and Clothing (Textile ETP)« und staune noch jeden Tag, welch kreative High-Tech-Produkte man aus textilen Materialien fertigen kann. Und die Sächsinnen und Sachsen, ob am Sächsischen Textilforschungsinstitut in Chemnitz, an der TU Dresden oder bei diversen Hidden Champions im Mittelstand, entwickeln da an vorderster Front mit.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Das ist natürlich die Europäische Textilstrategie, bei der es darum geht, die Textil- und Bekleidungsbranche nachhaltiger und kreislauffähiger zu machen. Das ist ein langer steiniger Weg, für den viele neue Technologien z. B. fürs Recycling, aber auch innovative Geschäftsmodelle und viele Investitionen notwendig sind. Wir sehen darauf, dass die notwendige Gesetzgebung gleichzeitig auch von Unterstützung für Forschung und Innovation in dieser Mittelstandsbranche begleitet wird.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel?

Ich wohne ganz in der Nähe der Abtei La Cambre, die eine echte grüne Oase inmitten der Stadt ist. Daneben liebe ich den wuseligen Wochenmarkt am Samstag- oder Sonntagmorgen am Place Flagey, wo man völlig unverkrampft und direkt nebeneinander die Wahl zwischen Bier und Fritten oder Schampus und Austern hat.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Die liebenswerte und teils etwas absurde Mischung aus französischem Laissez-faire, und flämischer Bodenständigkeit, gepaart mit der unprätentiösen Internationalität einer zu klein geratenen Weltstadt. Und natürlich das Essen!

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Einen wirklich traditionellen Weihnachtsmarkt. Aber zum Glück gibt es ja die Kleinversion im November im Sachsen-Verbindungsbüro Brüssel.

Christiane Seidel: Für einen fairen Alltag für Verbraucherinnen und Verbraucher

© Gert Baumbach (vzbv)

Christiane Seidel arbeitete im Brüsseler Büro des Verbraucherzentrale Bundesverbands und leitet seit kurzem das Team Lebensmittel in Berlin.

Warum sind Sie (damals) nach Brüssel gekommen?

Mein Studium hat mich nach Brüssel geführt. Ich habe zunächst in Halle Romanistik, Slawistik und Politikwissenschaften studiert. Da mich EU-Politik besonders interessiert hat, war mir schon früh klar, dass mich mein Weg nach Brüssel führen wird. Ich habe danach einen Doppelmaster an der Europa-Universität Viadrina und der Sciences Po in Straßburg absolviert und bin anschließend für ein Aufbaustudium am Europakolleg in Brügge nach Belgien gekommen. Da mich die Atmosphäre in Brüssel fasziniert hat, stand für mich fest: Hier will ich die nächsten Jahre bleiben.

Was machte den Job für Sie interessant?

Gemeinsam mit engagierten Kolleg/innen daran zu arbeiten, den Alltag der Verbraucher/innen fairer zu gestalten und für »das Gute« zu streiten, motiviert mich ungemein. Da ich an einer breiten Mischung aus vielen Themen arbeite, darf ich immer wieder in neue Gebiete eintauchen und mit unterschiedlichen Menschen in Kontakt kommen.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Momentan beschäftige ich mich mit dem Regulierungsvorschlag der Europäischen Kommission zu umweltbezogenen Werbeaussagen. Nachhaltigkeit liegt im Trend. Daher nimmt auch die Werbung mit grünen Werbeaussagen zu. Damit Verbraucher/innen hier nicht den Durchblick verlieren, setzen wir uns für eine transparente Regelung ein.

Was war Ihr Lieblingsort in Belgien?

Der Bois de la Cambre ist für mich ein Ort der Erholung und um mit Freunden im Sommer beim Picknick zusammen zu kommen. Ein Stück Natur in der Stadt!

Was schätzten Sie an Brüssel besonders?

In Brüssel hat mich sofort das freundliche und hilfsbereite Miteinander begeistert – sowohl im Beruflichen als auch im Privaten. Die Mischung aus verschiedenen Sprachen und (Arbeits-)kulturen bereichert und inspiriert mich bis heute. Diese Vielfalt prägt das bunte und lebendige Stadtbild.

Was vermissten Sie am meisten aus Sachsen?

Wie so viele habe auch ich deutsches Brot vermisst. Vor allem im Sommer haben mir auch die vielen Badeseen gefehlt. Wenn die Temperaturen steigen, kann es in Brüssel schnell unangenehm werden.

Wie bleiben Sie mit Brüssel verbunden?

Ich bin froh, durch meine Arbeit mit Brüssel verbunden zu bleiben. Die meisten Impulse in der Verbraucherpolitik kommen direkt aus Brüssel. Mit unserem Büro vor Ort und unserem Dachverband BEUC habe ich hier eine Anlaufstelle. Ich bin nach wie vor regelmäßig in Brüssel, um berufliche Termine wahrzunehmen mit Freunden und ehemaligen Kolleg/innen in Kontakt zu bleiben.

Thomas Kieschnick: Aus der Lausitz in Europas Hauptstadt

© Fotocredit: Daniel Fülöp

Thomas Kieschnick, der in der Lausitz aufgewachsen ist, arbeitet seit 2019 für den grünen Europaabgeordneten Daniel Freund in Brüssel. Im Abgeordnetenbüro ist er für Kommunikation zuständig, verantwortet die Öffentlichkeitsarbeit und ist auch bei der Strategieentwicklung dabei.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Mir ist in Berlin die Decke auf den Kopf gefallen, meine berufliche Weiterentwicklung habe ich nicht in Berlin gesehen. Dazu kommt, dass meine Frau Belgierin ist und wir keinen Kitaplatz für unser Kind bekommen haben.

Was macht den Job für Sie interessant?

Mir ist es ein wichtiges Anliegen, am Projekt Europa mitzuarbeiten, mit Menschen aus 27 Ländern und in 24 Sprachen zu arbeiten, Entwicklungen anzustoßen und selbst beim Agendasetting mitwirken zu können.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Wir beschäftigen uns derzeit u. a. mit den Antikorruptionsregelungen im Europäischen Parlament und dem Umgang mit Lobbyisten.

Was ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Ganz klar die belgische Küste, besonders gern bin ich in Zeebrugge.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Ich lebe gern in diesem europäischen Schmelztiegel, in dem auch Nichtbelgier sofort akzeptiert werden. Außerdem liebe ich es, belgisch zu essen und zu trinken.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

In Sachsen gibt es den leckersten Kuchen: Streusel-, Mohn- oder Pflaumenkuchen esse ich am liebsten aus Sachsen.

Julia Preiß: Von Moritzburg nach Brüssel

© Privat

Julia Preiß ist in Moritzburg bei Dresden aufgewachsen und arbeitet seit zwei Jahren als Parlamentarische Assistentin im Büro von Rainer Wieland, Vizepräsident des Europäischen Parlaments. Eine breite Palette von politischen Themen und die Vielfalt von Sprachen und Kulturen bereichern sowohl ihre Arbeit als auch ihr Leben in Brüssel jeden Tag.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Es war mein Studienweg, der mich nach verschiedenen anderen Stationen in die »europäische Hauptstadt« geführt hat. Begonnen hat dieser Weg mit meinem Masterstudiengang »European Studies«, ein deutsch-französischer Doppelmaster, den ich an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und an der Sciences Po in Straßburg absolviert habe. Nach einem Praktikum an der deutschen Botschaft in Brüssel und einem Schuman-Praktikum im Europäischen Parlament, war für mich klar, dass ich meinen weiteren beruflichen Weg in einer frankophonen Stadt fortsetzen wollte. Über mein Engagement in der Europa-Union in Brüssel ergaben sich dann erste Kontakte in das Europäische Parlament, wo ich nunmehr seit Januar 2021 als parlamentarische Assistentin bei Rainer Wieland (EVP/Deutschland) arbeite.

Was macht Ihren Job für Sie interessant?

Zum einen ist es der besondere Reiz, in einer großen EU-Institution zu arbeiten, deren Mitglieder direkt vom Volk gewählt sind. Zum anderen kann ich im Rahmen meiner vielfältigen Aufgaben an politischen Entscheidungsprozessen mitwirken. Dabei treffe ich in einem europäischen Kontext mit vielen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kulturen zusammen, was meine Tätigkeit enorm bereichert. Hinzu kommt die Vielfalt an Themen, so dass kein Tag dem anderen gleicht und ich jeden Tag dazulerne.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Einer meiner Aufgabenbereiche betrifft die Beziehungen der EU zur Republik Kosovo. Auch bedingt durch persönliche Erfahrungen vor Ort beschäftigen mich aktuell vor allem die Spannungen zwischen Kosovo und Serbien in all ihrer politischen Breite. In diesem Zusammenhang bereite ich aktuell die in der kommenden Straßburg-Woche stattfindende Sitzung des EU-Kosovo-Stabilisierungs- und Assoziierungsausschusses vor, an der unter anderem Premierminister Albin Kurti teilnehmen wird.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel und/oder Belgien?

Nach einer langen Arbeitswoche freue ich mich jedes Mal auf den Sonntagsmarkt am Place Flagey. Dort beginnt für mich der »perfekte Sonntag« mit einem Bummel vorbei an den bunten Marktständen, einem Latte Macchiato im Café Belga und dann entlang der Teiche Etangs d’Ixelles zur Abbaye de la Cambre. In diesem wunderschön gelegenen Kloster aus dem Mittelalter kann ich die Woche in ruhiger Umgebung und im Grünen ganz entspannt ausklingen lassen.

Was mögen/schätzen Sie an Brüssel besonders?

Vor dem frankophonen Hintergrund gefällt mir besonders die Vielsprachigkeit in Brüssel. Darüber hinaus bewundere ich die Mentalität der Belgierinnen und Belgier mit ihrer großen Gastfreundlichkeit, ihrer Gelassenheit, Offenheit und der Fähigkeit, die Dinge doch immer wieder positiv zu sehen. Tief beeindruckt hat mich die Illumination der Grand-Place in den deutschen Farben begleitet von dem Song der Scorpions »wind of change« anlässlich der Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der deutschen Einheit im Oktober 2020 – eine von der deutschen Botschaft organisierte Veranstaltung, die ich im Rahmen meines damaligen Praktikums begleiten durfte.

Was aus Sachsen vermissen Sie am meisten?

Da ich aus Dresden stamme, fehlt mir ab und an das doch sehr reichhaltige Kulturangebot meiner Heimatstadt. Besonders vermisse ich die in den Dresdner Kirchen angebotenen – zum Teil kostenfreien, aber stets qualitativ hochwertigen - klassischen Konzerte, die das Kirchenjahr so wunderbar begleiten.

Daniel Wentzlaff: Für Sachsen-Anhalt in Brüssel

© Privat

Daniel Wentzlaff ist in der Lessingstadt Kamenz aufgewachsen und studierte später an der Technischen Universität Chemnitz. Er ist seit nunmehr 11 Jahren in Brüssel und arbeitet in der Landesvertretung von Sachsen-Anhalt bei der EU, wo er als Stellvertretender Leiter für die Themen Klimawandel, kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Cluster- und Industriepolitik zuständig ist.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Das erste Mal nach Brüssel gekommen bin ich 2009 im Rahmen meines Studiums und fand die Stadt direkt sympathisch. 2012 bot sich mir die Möglichkeit zur Rückkehr durch meine Tätigkeit für den Zentralverband des Deutschen Handwerks. Der Kontakt nach Sachsen brach ebenfalls nicht ab, da ich für die sächsischen Handwerkskammern als Verbindungsbüro aus Brüssel berichtete.

Was macht den Job für Sie interessant?

Die Landesvertretung fungiert als Bindeglied zwischen der Landesregierung und -verwaltung in Sachsen-Anhalt und den europäischen Institutionen in Brüssel. Meine tägliche Arbeit ist daher extrem vielfältig und reicht thematisch vom Europäischen Grünen Deal, mit dem die EU einen grünen Wandel mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050 vollzieht, bis hin zu Nachhaltigkeitspflichten von Unternehmen in der Lieferkette. Daneben ist die Tätigkeit im internationalen Kontext und die sprachliche Vielfalt hier vor Ort sehr reizvoll.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Das Europäische Chip Gesetz, eng verbunden mit den milliardenschweren Investitionen des US-Konzerns Intel zum Bau einer Giga-Fabrik in Magdeburg, genießt derzeit meine höchste Priorität.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel?

Grand Place, Manneken Pis oder der Königspalast sind den meisten Besuchern von Brüssel ein Begriff. Ich schätze aber vor allem die vielen Cafés, Bars und Restaurants rund um das Quartier du Sablon und den Place du Châtelain. Ebenso mag ich die Erholung mit der Familie im Stadtwald Bois de la Cambre.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Brüssel ist ein spannender Mikrokosmos mit Mentalitäten und Menschen von Portugal bis Estland. Es ist bunt, charmant, aber auch teilweise recht chaotisch und unübersichtlich. Brüssel ist provinziell-kleinstädtisch und gleichzeitig kosmopolitisch wie kaum eine andere Metropole. Dieser Mix macht die Stadt für mich zu einem faszinierenden und lebenswerten Ort.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Zunächst natürlich meine Familie, aber auch das Durchstreifen des Lausitzer Berglandes oder die gemütliche Stimmung auf den sächsischen Weihnachtsmärkten.

Katharina Holl: Verliebt in Brüssel

© Privat

Nach längeren Aufenthalten in Australien, u. a. beim Goethe-Institut Sydney und einem Work & Travel-Aufenthalt, sowie mehreren Praktika deutschlandweit, vor allem im Medienbereich, aber auch bei einer Robbenauffangstation in Norddeutschland, fasste die Sächsin Katharina Holl beruflich und privat Fuß in Brüssel. Seit mehreren Jahren ist sie Office Managerin in einer Wirtschaftsrechtskanzlei in bester Lage im EU-Viertel.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Ursprünglich der Liebe wegen und geblieben bin ich schließlich aufgrund der Arbeit im Brüsseler Büro der deutschen Wirtschaftsrechtskanzlei Schilling, Zutt & Anschütz.

Was macht den Job für Sie interessant?

Wichtiges Bindeglied fürs Team zu sein, zu organisieren, vielseitige Aufgaben zu haben und mit mehreren Sprachen zu arbeiten.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Ein paar relativ dringliche administrative Aufgaben, die rasch erledigt sein wollen.

Was ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Ich liebe die Ardennen und bin daher sehr gerne dort. Denn da kann ich abschalten, die Natur genießen und wandern. Und auch die guten Restaurants besuchen um sich dort gastronomisch verwöhnen zu lassen.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Die vielen Kulturen und Sprachen, die hier aufeinandertreffen und miteinander und nebeneinander leben und sich auch gegenseitig befruchten. Eine sehr inspirierende und bunte Stadt im Wandel, mit einer angenehmen Größe.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Deutsches Brot, Stollen, Badeseen im Sommer.

Martin Winger: Für die Wissenschaft in Brüssel unterwegs

© Privat

In Meißen geboren und in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) aufgewachsen, studierte Martin Winger in Erfurt, Hannover und Göteborg. Inzwischen ist er im Wissenschaftsmanagement tätig: als Referent für europäische Wissenschaftspolitik bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und als Berater für EU-Forschungsförderung bei der Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen (KoWi).

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Insbesondere natürlich aufgrund meiner Arbeit für KoWi und die DFG. Aber bereits in meinem Studium, beispielsweise in meiner Masterarbeit, spielten die Herausforderungen und Auswirkungen der Multi-Level-Governance in Europa für den Wissenschaftsbereich eine zentrale Rolle.

Was macht den Job für Sie interessant?

Für mich bedeutet Wissenschaftsmanagement vor allem, zu einem »Ermöglichungsraum« für Forschende beizutragen, in dem innovative und/oder gesellschaftlich relevante Ideen entwickelt werden können. Dafür benötigen Forschende einerseits Drittmittel (z. B. aus dem EU-Rahmenprogramm »Horizont Europa«), aber andererseits auch adäquate Rahmenbedingungen für ihre Forschung – und diese Regeln werden vielfach auf EU-Ebene gestaltet, z. B. in den Bereichen Copyright, Data-Sharing oder zu KI-Technologien. Sich immer wieder in solche aktuellen Themen einzuarbeiten und dazu mit Kolleg/innen aus ganz Europa auszutauschen – das macht die Arbeit hier so vielfältig und spannend.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Ganz praktisch die Beratung zu Förderanträgen von Forschenden, die bis Anfang Februar 2023 ihre Projekte für ERC-Consolidator-Grants vorbereiten; zudem die Organisation unserer jährlichen großen KoWi-Veranstaltung zur EU-Forschungs- und Innovationsförderung, die 2023 an der Universität Rostock stattfinden wird. Außerdem als ständiges »Grundrauschen« das Monitoring von EU-Legislativprozessen, die Auswirkungen auf die Wissenschaft haben, wie z. B. aktuell der »KI Act« oder der »Data Act«.

Was ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Das sind beispielsweise tägliche Lieblingsorte auf meinem Weg zur Arbeit, wie die Promenade du Chemin de Fer und der Parc du Cinquantenaire; außerdem Place Flagey in Ixelles.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Das Internationale, die kulturelle und sprachliche Vielfalt der Menschen in dieser Stadt – und zwar gerade auch außerhalb der »EU Bubble«. Außerdem ist Brüssel eine vergleichsweise überschaubare – und daher gut »erlaufbare« europäische Hauptstadt.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Ganz klar echtes Winterwetter – und natürlich meine Familie, genauer den Teil, der in Sachsen lebt.

Susanne Müller-Hübsch: Eine Brüsseler Verkehrspolitikerin

© Privat

Sie ist 1978 in Dresden geboren und ging auf das Romain-Rolland-Gymnasium. Ihr Abitur legte sie 1998 am Luisenstift in Radebeul ab. Das Studium der Rechtswissenschaften absolvierte sie in Potsdam, Halle-Wittenberg, Münster, Pamplona und Saarbrücken. Sie arbeitet derzeit als 2. Bürgermeisterin für Mobilität, Straßenbau und Stadtentwicklung in Anderlecht.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Ich bin seit 2009 in Brüssel zusammen mit meinem Mann, der ebenfalls Sachse ist. Ich habe Jura studiert, und ich hatte immer den Traum am Haus Europa mitzubauen. Ich hatte im Studium die Spezialisierung auf Völker- und Europarecht. Nach dem Abschluss bin ich relativ schnell nach Brüssel gegangen und habe im Europäischen Parlament gearbeitet.

Wie sind Sie in die belgische Regionalpolitik gekommen?

Ich habe angefangen, mich bei der deutschen Grünen-Gruppe in Brüssel zu engagieren. Bei den Lokalwahlen 2012 habe ich mich eingebracht. In den verschiedenen Gemeinden Brüssels wurden Listen aufgestellt, bei denen wir uns als deutsche Grüne beteiligt haben. Wir wollten zeigen, dass man als Europäer/innen an lokalen Wahlen teilnehmen und sich einbringen kann. Ich habe immer noch nur den deutschen und keinen belgischen Pass. Ich bin 2012 erstmals in den Gemeinderat von Anderlecht gewählt worden. Ich habe da unheimlich viel gelernt. 2018 bin ich erneut angetreten und wir Grünen hatten einen Erdrutschsieg errungen. Seitdem bin ich Beigeordnete in Anderlecht. Ich wollte nie Teil der EU-Bubble sein, sondern eine Brüsselerin, die sich lokal engagiert.

Was macht den Job für Sie interessant?

Ich hatte früher auf europäischer Ebene die EU-Förderungen bearbeitet, aber ich wollte lieber direkt vor Ort die Förderungen umsetzen. Die ganzen tollen EU-Programme für Klimawandel und Verkehrswende kann ich jetzt in meiner Gemeinde mit Leben ausfüllen. Anderlecht ist eine Gemeinde mit 120.000 Einwohnern; wir haben hier alles – vom Bauernhof im Grünen bis zum dicht bevölkerten Stadtteil. Diese Spannweite macht es so interessant.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Ein großes Projekt ist die Renovierung des Stadtzentrums, die gerade stattfindet und die Umsetzung des Mobilitätsplans »Good move«. Wir wollen die Verkehrswende in Brüssel umsetzen. Daran arbeiten wir seit 2018. Zusammen mit meinem Team arbeiten wir daran, die Stadt von dem wahnsinnigen Verkehr zu befreien.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel und Belgien?

Mein Lieblingsort ist in Anderlecht die Pont Marchant. Sie ist derzeit für den Autoverkehr gesperrt und nur Fußgängern und Fahrradfahrern zugänglich. Da ist jetzt richtig Leben auf der Brücke, sie ist voller Menschen. Es gibt einen wunderbaren Blick von der Brücke. Gleich daneben gibt es den Swimmingpool von »Pool is cool«. Die Brücke liegt auf dem Weg zu meiner Arbeit. Ich fahre dort unglaublich gerne entlang.

Was mögen Sie in Brüssel und was gefällt Ihnen weniger in der Stadt?

Was ich absolut liebe an der Stadt, ist die Multikulturalität. Als ich Wahlkampf gemacht habe und an den Haustüren geklingelt habe, wusste ich nie, wer mir aufmacht: Ist es eine große marokkanische Familie, sind es italienische Einwanderer oder sind es Flamen? Das finde ich großartig. Trotz mancher Probleme sind zum Schluss alle Menschen einfach nur Nachbarn.

Was mich nervt in Brüssel, sind die kleinteiligen Entscheidungsstrukturen. Ich versuche die Straßen zu renovieren und es gibt so viele Leute und Institutionen, die darin involviert sind. Das könnte einfacher sein, um ein paar Innovationen durchzusetzen.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Ich vermisse den Weihnachtsmarkt in Dresden, auch wenn der Markt in Brüssel ganz nett ist. Die Weihnachtszeit ist in Brüssel die härteste Zeit, weil es hier fast gar nicht stattfindet. Mir fehlen die geschmückten Straßen, die Schwibbögen und die Weihnachtskonzerte.

Vivien Wohsmann: Eine Weltfrau aus Sachsen

© Privat

Vivien Wohsmann ist im heutigen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (damals noch Weißeritzkreis) aufgewachsen und hat dort bis zum Abschluss ihres Abiturs gelebt. Nach einem Work-and-Travel Aufenthalt in Neuseeland und Australien studierte sie in England und Schweden, wo sie mit einem Master abschloss. Danach ging sie nach Brüssel und arbeitete im Europäischen Parlament. Derzeit ist sie parlamentarische Referentin für die österreichische Europaabgeordnete Sarah Wiener. Dort betreut sie den Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Nach Brüssel gekommen bin ich sowohl der Liebe als auch der Arbeit wegen, weil mein jetziger Ehemann damals schon in Brüssel gearbeitet hat. Mit meinem Mann, der eine schwedische und griechische Staatsbürgerschaft hat, spreche ich Englisch, was ganz gut passt. Brüssel ist eine sehr internationale Stadt. Außerdem habe ich in meinem Studium der Politikwissenschaften auch das Fach europäische Studien belegt. Deswegen war Brüssel eine logische Wahl für mich.

Was macht den Job für Sie interessant?

Im Europaparlament bin ich mittendrin sowohl bei den politischen Themen, aber auch bei den Menschen, denen ich täglich begegne. Die Menschen hier haben alle unterschiedliche Hintergründe. Daraus ergibt sich eine unglaubliche Abwechslung und hält meine Arbeit spannend.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Das ist die Gesetzgebung zu den Pestiziden; vor allem die neue Verordnung zum nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, da Sarah Wiener Berichterstatterin für dieses Dossier geworden ist. Das wird mich in den kommenden Monaten sehr beschäftigen.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel und Belgien?

In Brüssel mag ich mein Wohnviertel Saint Gilles. Ich wohne in der Nähe der Parks Foret und Duden, die mir beide sehr gefallen, auch wenn sie nicht spektakulär sind. Besonders der Duden-Park ist ja fast schon ein Wald mit seinen großen Buchen. Dort laufe ich gerne, was ein guter Ausgleich zur sehr geschäftigen Innenstadt ist. In Belgien mag ich die Ardennen. Ich bin gerne bei Lüttich oder im belgischen Teil der Eifel, dem Hohen Venn, wo ich gerne wandere.

Was mögen Sie in Brüssel und was gefällt Ihnen weniger in der Stadt?

Brüssel ist eine abwechslungsreiche Stadt. Hier ist immer was los. Trotzdem ist Brüssel nicht zu groß. Gerade im Sommer gibt es viele Festivals und Kunstaktionen. Wenn man möchte, kann man immer unterwegs sein. Nicht so schön finde ich, dass alles etwas chaotisch ist. Die Organisation innerhalb der Stadt könnte besser sein. Andererseits macht es die Stadt auch entspannter, weil es nicht perfekt sein muss. Der starke Autoverkehr stört mich, da ich viel Fahrrad fahre. Das ist schon stressig. Die positiven Punkte der Stadt überwiegen aber auf jeden Fall.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Mir fehlt der Ausblick übers Land bis zum Horizont, so wie ich es aus Sachsen kenne. Deswegen gefallen mir wohl auch die Ardennen: schöne grüne Hügel und die Berglandschaft. Die Menschen in Sachsen mit ihrem eigenen Charakter, die fehlen mir manchmal auch. Nach Sachsen komme ich immer noch oft und gern, da ich noch Freunde und Familie dort habe.

Anke Geißler: Habe mein Herz an Brüssel verloren

© Privat

Die ausgebildete Übersetzerin liebt die tägliche Themenvielfalt ihrer Arbeit, die viel Abwechslung bietet und ihr den Austausch auf Fachveranstaltungen, Konferenzen oder unter Kollegen ermöglicht.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Ich bin das erste Mal im Rahmen meines Studiums nach Brüssel gekommen und hatte mein Herz an die Stadt verloren. Nachdem ich meinen Abschluss als ausgebildete Übersetzerin in der Tasche hatte, wollte ich gern im Ausland arbeiten und bin zurück nach Brüssel gegangen und geblieben.

Was macht den Job für Sie interessant?

Interessant an meiner Tätigkeit ist, dass ich Themen vorantreiben kann, die mir auch persönlich mit am Herzen liegen. Die Themenvielfalt mit der ich täglich zu tun habe, bietet viel Abwechslung und der Austausch dazu mit anderen – sei es auf Fachveranstaltungen, Konferenzen oder unter Kollegen – ist immer bereichernd.

Was liegt gerade ganz oben auf ihrem Schreibtisch?

Ich bin im Brüsseler Büro der DATEV für die Nachhaltigkeitsthemen rund um den Green Deal zuständig. Derzeit liegt der EU-Lieferkettenvorschlag als auch die Berichterstattung ganz oben auf meinem Tisch.

Was ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Da gibt es mehrere Orte. Ich bin sehr gern in den Ardennen, hier ist mein bevorzugtes »Revier« das Hohe Fenn. Aber auch die Stadt Gent oder der Westhoek an der belgischen Küste haben ihren besonderen Reiz.

Der Vorteil von einem kleinen Land wie Belgien ist, dass man recht schnell von einem Ort zum andern kommt und somit die Lieblingsecken schnell für einen Tagesausflug oder ein Wochenende erreichbar sind.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Ganz spontan kann ich hier die gute Schokolade nennen. Außerdem bin ich ein großer Fan von Victor Horta und seinen Jugendstilbauten.

An den Belgiern schätze ich, dass sie nicht mit einer deutschen Genauigkeit vorgehen und nicht alles so furchtbar ernst nehmen. Auch wenn eine Situation noch so verzwickt erscheint, wird meist am Ende irgendein Kompromiss (à la belge) gefunden.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Die sächsischen Leckereien, wie die Leipziger Lerchen oder sächsischer Sauerbraten mit Klößen. Zur Weihnachtszeit vermisse ich die sächsischen Weihnachtsmärkte und die typische Weihnachtsdekoration (z. B. Schwibbögen mit erzgebirgischen Motiven, Bergmann und Engel etc.), aber auch den Dresdner Stollen oder die Pulsnitzer Pfefferkuchen.

Falls die Sehnsucht nach der alten Heimat doch mal zu groß wird, schalte ich den Leipziger Lokalsender »Radio PSR« ein, denn mit den Sketchen in sächsischer Mundart fühlt man sich sofort wieder zu Hause.

Matthias Popp: AHK debelux – immer ein offenes Ohr für Unternehmen

© AHK debelux

Der in Olbernhau und in Chemnitz aufgewachsene Diplom-Volkswirt arbeitet als Fachbereichsleiter bei der Deutsch-Belgisch-Luxemburgischen Handelskammer (AHK debelux) und kümmert sich dort unter anderem um die Themenbereiche »Umwelt und Verpackungen«.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Ich fand die Vorstellung interessant, im Ausland in einem internationalen Umfeld zu arbeiten und habe deswegen beim damaligen Brüsseler Verbindungsbüro des Landes Sachsen-Anhalt ein Praktikum abgeleistet. Zunächst habe ich ein Jahr lang bei einem IT-Dienstleister gearbeitet, als mich dann die Deutsch-Belgisch-Luxemburgische Handelskammer gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, für sie zu arbeiten … das war vor über 20 Jahren.

Was macht den Job für Sie interessant?

Ich schätze sehr das praxisorientierte Arbeiten: Mitglieder und Kunden/innen kommen mit einer Frage zu mir und wir arbeiten gemeinsam an Lösungen. Die Themen umfassen vor allem Aspekte der erweiterten Herstellerverantwortung in Belgien, Deutschland oder Luxemburg.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Momentan erreichen mich vermehrt Firmenanfragen, die aus der Neufassung des Verpackungs- sowie des Elektrogesetzes in Deutschland resultieren. Es geht hier insbesondere um Registrierungs- und Nachweispflichten bei der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister und der stiftung elektro-altgeräte register in Bezug auf Verpackungen und Elektrogeräte.

Was ist ihr Lieblingsort in Brüssel?

Die Moore von Ganshoren-Jette (Le marais de Ganshoren-Jette/Het moeras van Ganshoren-Jette). Dort vergesse ich, dass ich eigentlich in einer Großstadt wohne.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Brüssel erfindet sich ständig neu und nimmt sich dabei nicht zu ernst. Im Grunde genommen ist die Stadt ein gutes Beispiel für eine Stadt im ständigen Wandel.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Zur Weihnachtszeit die erzgebirgische Weihnachtsatmosphäre und ganz konkret die Möglichkeit, Pyramidenkerzen zu kaufen.

Isabel Reißmann: Leidenschaftlich für Sprache(n)

© Isabel Reißmann

Die gebürtige Vogtländerin ist selbständige Trainerin für professionelle Konferenzdolmetscher bei den EU-Institutionen (Parlament, Kommission, Rat) in Brüssel sowie Trainerin für politische Sprache und Rhetorik für den weltgrößten Dolmetscherverband AIIC.

Vorher war sie bei der Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission, hat Ausflüge in den EU-Journalismus unternommen und einen Sprachkurs für UNICEF in Berlin aufgebaut.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Ich habe Linguistik, Literaturwissenschaft sowie Medien- und Kommunikationswissenschaft in Leipzig studiert. Nach dem Studium konnte ich als Praktikantin bei der Leibniz-Gemeinschaft zwischen Berlin und Brüssel wählen. Da ich neugierig auf das Ausland war und einen Blick über den Tellerrand werfen wollte, habe ich mich für Brüssel entschieden und bin danach einfach hiergeblieben.

Was macht den Job für Sie interessant?

Als Linguistin ist eine Sprache für mich nicht genug, deshalb schätze ich den Austausch in verschiedenen Sprachen sehr. Ich mag den Kontakt zu meinen Klienten, die – im Umfeld von 24 Amtssprachen arbeitend – Interesse an der deutschen Sprache und Kultur haben. Ich habe den kleinen missionarischen Anspruch an mich selbst, diese Dinge so spannend wie möglich vorzustellen. Umgekehrt gibt mir das auch die Möglichkeit, mich selbst zu hinterfragen. Von Goethe stammt dieses schöne Zitat »Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen,« und das trifft auch auf Kultur zu.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Ich organisiere aktuell einen Sommerkurs für professionelle Konferenzdolmetscher aus Brüssel in Berlin. Schwerpunkte sind die deutsche Sprache und Politik, vor allem mit Blick auf die aktuellen Debatten zu Energiepolitik, Verteidigung und der Kolonialvergangenheit. Neben den Kursen habe ich beispielsweise auch Führungen durch die politischen Institutionen Berlins für die Teilnehmer geplant.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel?

Ich habe drei Lieblingsorte: Der Jubelpark ist zu jeder Jahreszeit schön, gerade mit dem kleinen Biergarten im Sommer. Außerdem bin ich gern im Zonienwald am Stadtrand von Brüssel. Als leidenschaftliche Sängerin liebe ich auch die »musikalischen Orte« in Brüssel, allen voran das Bozar.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Die Unkompliziertheit der Menschen. Und mir gefällt es, dass man hier Leute unterschiedlicher Herkunft trifft, weil einem das so viele Möglichkeiten eröffnet. Ich kann zum Beispiel einfach thailändisch oder indisch essen gehen, auch wenn ich von diesen Möglichkeiten leider viel zu selten Gebrauch mache.

Und natürlich die Schokolade!

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Meine Familie! Und das Brot! Auch wenn ich mir bei den Bäckern auf den Wochenmärkten Abhilfe verschaffen kann. Als großer Fan der Barockmusik vermisse ich auch manche Konzerte, die man in Sachsen besuchen kann, aber hier nicht. Und auch die sächsische Gemütlichkeit fehlt mir manchmal.

Dr. Diana Fournet: Neue Wahlheimat Brüssel

© Privat

Diana Fournet ist gebürtige Karl-Marx-Städterin (heute Chemnitz), wo sie auch aufwuchs. Sie studierte in den USA und in England und promovierte schließlich im englischen Durham zur Evolutionären Anthropologie. Anschließend lebte sie in Frankreich, wo sie auch zwei Kinder zur Welt brachte. Eine wissenschaftliche Ausbildung, Sprachkundigkeit – sie spricht drei Sprachen fließend (und lernt gerade noch zwei weitere Sprachen) – und die Liebe zur Arbeit in einem internationalen Kontext verschlug sie schließlich nach Brüssel, wo sie heute in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU im Bereich Haushalt tätig ist.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Nach meinem Studium in den USA und in England sowie meinem 6-jährigen Aufenthalt in Frankreich wollte ich weiter im Ausland bleiben. Außerdem interessiere ich mich für den öffentlichen Dienst, wo ich auch vor dem Studium schon einmal tätig war. Da kam mir eine Stellenausschreibung der Bayerischen Landesvertretung in Brüssel sehr gelegen.

Was macht den Job für Sie interessant?

In erster Linie ist es das Arbeiten im internationalen Kontext und hier ganz konkret die Herausforderung, die unterschiedlichen Verwaltungsvorschriften in Belgien und Deutschland – etwa im Arbeits- oder auch im Steuerrecht – in meiner täglichen Arbeit stets parat zu haben. Dies beinhaltet einen ständigen Lern- bzw. Weiterbildungsprozess. Gleichzeitig ist es ein Privileg, inmitten des Europaviertels arbeiten zu dürfen und so auch die Möglichkeit zu haben, an Fachveranstaltungen zu aktuellen Europathemen teilzunehmen.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Oberste Priorität meiner Tätigkeit ist es, zusammen mit meinen Kolleginnen das reibungslose Funktionieren des Verwaltungsbereichs in der Bayerischen Vertretung zu gewährleisten. Das beinhaltet in meinem speziellen Aufgabenzuschnitt insbesondere den Bereich der Buchhaltung und damit auch sämtliche Abrechnungsfragen – angefangen von den Mitarbeitern der Vertretung bis hin zur Rechnungstellung im Veranstaltungsbereich. Insofern liegen wichtige Buchhaltungsdokumente stets ganz oben auf meinem Schreibtisch.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel?

Ich liebe die ganze Stadt mit ihrem vielfältigen Angebot an fantastischem Theater und Konzerten. Eine großartige Empfehlung ist ein Nachmittag im Park Josaphat. Der Stadtteil Schaerbeek ist die neue Heimat für mich. Wenn man den Abend in St. Gilles ausklingen lassen kann, was wegen der vielen hier lebenden Franzosen auch immer wieder »St. Paris« genannt wird, dann fehlt nichts an dem, was meine neue Heimat beschreibt.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Lassen Sie es mich mit einer Anekdote erzählen: Vor einiger Zeit war ich Zeugin eines Verkehrsunfalls mit insgesamt sieben Zeugen aus sieben verschiedenen Ländern. Wo kann einem so etwas schon passieren? Ohne Stirnrunzeln. Ohne Kommunikationsprobleme. Ganz normaler Alltag. Mit anderen Worten: Ich schätze die Multikulturalität. Die Belgier sind unkompliziert, liebenswert und chaotisch, immer für ein Bierchen oder einen Apéro und improvisierte Picknicks zu haben. Sie sind ein verlässliches, feierfreudiges und lustiges Völkchen. Ich finde hier einfach alles, was mein Leben bereichert.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Den sächsischen Kuchen, vor allem Mohnkuchen. Auch Quark ist hier schwierig zu besorgen. Außerhalb der Weihnachtszeit vermisse ich nichts. Aber wenn Weihnachten kommt, wird die Liste lang, wonach ich mich sehne: Schnee, Berge, Skifahren, gute Lebkuchen, guten Glühwein und die ganze erzgebirgische Weihnachtsdekoration. Sachsen ist und bleibt für mich zur Weihnachtszeit der »heimelichste« Ort.

Sebastian Claus: Für die Forschungsförderung in Brüssel

© Privat

Sebastian Claus ist gebürtiger Dresdner, wuchs in Coswig und Weinböhla auf und studierte in Hamburg Volkswirtschaftslehre. Anschließend war er als Projektmanager für EU-Forschungsprojekte am Uniklinikum Tübingen tätig. Im Jahr 2015 hat es ihn dann zurück in die Hauptstadt der EU verschlagen. Hier arbeitet er als Berater für Projektmanagement und Verbundforschung im Büro Brüssel der Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen (KoWi).

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Das erste Mal nach Brüssel bin ich direkt nach dem Studium gekommen, um als Praktikant Erfahrungen im Bereich EU-Politik zu sammeln. Dem EU-Bereich bin ich seitdem treu geblieben und nach meiner Zeit als EU-Projektmanager in Deutschland gerne wieder in die »Hauptstadt der EU« zurückgekehrt.

Was macht den Job für Sie interessant?

Mir macht es Spaß, unsere Forscher/innen und deren Einrichtungen dabei zu unterstützen, Förderung für ihre genialen Ideen zu erhalten und ihre Projekte umzusetzen. Außerdem finde ich die Zusammenarbeit und den Austausch mit den europäischen Kolleg/innen für den eigenen Horizont unheimlich bereichernd. Und als Fremdsprachenfan hat man hier täglich die Möglichkeit, sich »auszutoben« und Neues zu lernen.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Ein Bericht zur Förderung mit Lump sums. Die Europäische Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, die Projektförderung zu vereinfachen und möchte deshalb verstärkt Projekte nicht mehr anhand der tatsächlichen Kosten, sondern über Pauschalen finanzieren. Das ist ein spannendes Vorhaben, was aber unsere Universitäten und Forschungseinrichtungen vor einige Herausforderungen stellt.

Was ist Ihr Lieblingsort in Brüssel?

Der Weg, wenn man vom Place Royale den Mont des Arts hinabsteigt, also der Übergang von der Ober- in die Unterstadt. Ich laufe dort fast jeden Tag auf meinem Heimweg von der Arbeit entlang, aber finde diesen Blick auf das Stadtzentrum auch nach sieben Jahren immer wieder aufs Neue beeindruckend.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

In Brüssel treffen auf kleinem Raum unterschiedlichste Welten und Kulturen aufeinander: die EU-Community mit den Vertreter/innen aus den europäischen Ländern, Flamen, Wallonen, Menschen aus den Maghreb-Staaten und Zentralafrika u. v. m. Diesen Mikrokosmos der Vielfalt, der manchmal etwas chaotisch, aber grundsätzlich von einer großen Offenheit gegenüber dem und den Anderen geprägt ist, möchte ich nicht mehr missen.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Meine Familie, ein anständiges Stück Dresdner Eierschecke und die Stimmung zur Weihnachtszeit mit dem allgegenwärtigen Räucherkerzenduft.

Claudius Nießen: Hat immer einen Koffer in Brüssel

© Martin Jehnichen

Zwar lebt Claudius Nießen seit 2002 in Sachsen, doch ist er regelmäßig länger in Brüssel in Sachen Medienpolitik und Wirtschaft. Er war Geschäftsführer der Freien Akademie der Künste und des Deutschen Literaturinstitutes in Leipzig, bevor er Gesellschafter und Prokurist des Podcast-Radios detektor.fm wurde. Sowohl als Reporter wie auch für die Netzwerkarbeit der Medientage Mitteldeutschland ist er insbesondere zu den Schwerpunkten Medienpolitik und Medienfreiheit zurzeit in Brüssel zu treffen.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Wenn ich nach Brüssel komme, und das passiert regelmäßig, dann meistens um das Netzwerk für die Medientage Mitteldeutschland zu pflegen und auszubauen. Die Medientage sind als B2B-Veranstaltung in den letzten Jahren von einer eher regional wahrgenommenen Veranstaltung zu einem der wichtigsten Medienkongresse in Deutschland aufgestiegen; da sind Themen und Gastredner aus dem EU-Umfeld ein unbedingtes Muss.

Was macht den Job für Sie interessant?

Durch die Vielzahl der Themen und Aufgaben ist kein Tag wie der Andere. Diese Abwechslung, gepaart mit der Relevanz der Themen, macht für mich den Reiz der Aufgaben aus. Aktuell darf ich im Rahmen des Residenzprogramms für Journalismus »Unter (Hoch-)Druck« des Goethe-Institutes Brüssel außerdem eine Podcast-Recherche im Bereich Medienfreiheit in Europa umsetzen und bin dazu ebenfalls immer wieder in Brüssel. Das Goethe-Institut bietet verschiedene Residenzprogramme an, und lädt jedes Jahr Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende ein, für eine Zeit lang in einem anderen Land und einer anderen Kultur zu leben und zu arbeiten.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Das frischgedruckte Programm der Medientage. Diese finden am 01. und 02.06.2022 nach einer hybriden Ausgabe im vergangenen Jahr endlich wieder in Präsenz auf dem Gelände der Baumwollspinnerei in Leipzig statt mit vielen Gästen auch aus Brüssel.

Was ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Das ist ausnahmsweise kein Platz in Brüssel, sondern der Blick vom MAS, dem »Museum aan de Stroom« im Hafenviertel von Antwerpen. Das Museum hat eine unglaublich umfangreiche Sammlung und der Blick von der Dachterrasse über den Hafen ist phänomenal.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Brüssel hat einen ganz besonderen Charme, in jeder Gasse und jeder Straße lassen sich beim Flanieren wunderschöne Häuser und liebevolle Läden und Geschäfte entdecken. Außerdem ist Brüssel eine Stadt der Kulinarik, das kann aber auch gefährlich werden, zumindest für den Bauchansatz.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Meistens sitze ich schon wieder im Zug, bevor sich eine zu große Sehnsucht einstellt.

Dietmar Gattwinkel: Sicherheit für das digitale Zeitalter

© Privat Dietmar Gattwinkel

Dietmar Gattwinkel, zuvor mehr als 20 Jahre in Dresden, ist seit 2018 bei der Europäischen Kommission als »Seconded National Expert«. Mit seiner IT-Expertise unterstützt er die Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien (CONNECT). Diese hat auch einen Sitz in Luxembourg, wo Dietmar Gattwinkel lebt und arbeitet. CONNECT entwickelt politische Strategien und führt sie aus, um Europa für das digitale Zeitalter zu rüsten.

Warum sind Sie nach Luxembourg gekommen?

Die Europäische Kommission hat einen Nationalen Experten für eGovernment gesucht, um sie bei der Fortentwicklung der Europäischen Policy für diesen Bereich sowie Harmonisierung von Identitäts- und Vertrauensdiensten zu unterstützen. Letztere ermöglichen es, sich grenzüberschreitend gegenüber digitalen Diensten zu authentisieren, also gewissermaßen digital »auszuweisen«, bzw. digitale Einschreiben zu verschicken, digital zu unterschreiben und so weiter. Mit sogenannten »Abgeordneten Nationalen Experten«, verstärkt die EU-Kommission sich nicht nur personell, sondern hält auch Kontakt zu den Mitgliedstaaten.

Was macht den Job für Sie interessant?

Die Arbeit bei der EU-Kommission stellt für mich, und mittelfristig damit auch für die sächsische Verwaltung, eine große Chance dar, die Lösungen und Herangehensweisen kennenzulernen, mit denen andere europäische Behörden den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen. Die Zielsetzungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten sind oft sehr ähnlich. Tatsächlich haben sich die Mitgliedstaaten in jüngster Vergangenheit auf eine Reihe von gemeinsamen Absichtserklärungen und Zielen geeinigt. Deutschland ist bei der Umsetzung dieser Ziele jedoch bestenfalls Mittelfeld. Andere Mitgliedstaaten sind hier weiter. Die EU-Kommission ist mit allen in einem lebendigen Austausch und dies erweitert den Horizont natürlich ungemein.

Andererseits ist es schön, aus der eigenen langjährigen Erfahrung im eGovernment schöpfen zu können, um die EU-Kommission bei der Umsetzung ihrer Aufgaben zu stärken. Die EU-Kommission hat eine bemerkenswerte Personalfluktuation, so dass sie dankbar für fachliche Unterstützung ist.

Schön sind natürlich auch die Momente, in denen ich den Kolleginnen und Kollegen in Sachsen bei Fragen zu europäischen Themen zur Seite stehen kann.

Nicht zuletzt ist es eine tolle Erfahrung, auf internationaler Ebene zu arbeiten und konkret etwas dazu beizutragen, die Europäische Idee zu leben. Wir erleben in der letzten Zeit, dass diese Idee, die uns solange Frieden und Freiheit beschert hat, immer wieder neu gegen Bestrebungen von außen wie von innen verteidigt werden muss.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Die EU-Kommission hat ein ambitioniertes Programm zur Reform der eIDAS-Verordnung vorgelegt. Gleichzeitig werden Legislativvorschlag und technische Umsetzung mit den Mitgliedstaaten beraten. Daneben wollen auch noch andere Projekte wie die Unterstützung der Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung und die Kooperation von Verwaltung und Startups im eGovernment (GovTech) bearbeitet werden.

Was ist Ihr Lieblingsort in Luxembourg?

Die Europäische Kulturhauptstadt Esch-sur-Alzette, die ein tolles Programm auf die Beine gestellt hat. Genauer ist es eine ganze Region, die vorlebt, wie Strukturwandel gelingen kann.

Was schätzen Sie an Luxembourg besonders?

Die Internationalität der Stadt und ihrer Bewohner, die sich jeden Tag in so vielen Begegnungen beweist.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Ehrlich gesagt eigentlich wenig. Wenn man sich auf seine Umgebung einlässt, bleibt wenig Zeit für Wehmut. Was nicht bedeutet, dass ich nicht immer wieder gerne nach Sachsen zurückkehre.

Filip Lassahn: Arbeitet neben seinem Job auch an seinem Aufschlag

© Lopata/axentis.de

Filip Lassahn, geboren und aufgewachsen in Leipzig, machte zunächst sein Abitur am Sportgymnasium, bevor er Politikwissenschaft an der Universität Leipzig studierte. Heute vertritt er in Brüssel die Interessen des DAX-Konzerns Fresenius. Er ist zudem leidenschaftlicher Tennisspieler.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Bereits während meines Studiums zog es mich immer wieder ins Ausland. Meine Praktika in den Auslandshandelskammern in Thailand und Saudi-Arabien sowie ein Nebenjob als freiberuflicher Berater in den Vereinigten Arabischen Emiraten zeugen davon. Meine berufliche Laufbahn führte mich aber zunächst nach Berlin. Als Trainee bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, die sich für die Belange der deutschen Vertragsärztinnen und -ärzte einsetzt, arbeitete ich zuletzt in der Politikabteilung. Nach Brüssel kam ich, als die Leitung für die neue EU-Vertretung der KBV gesucht wurde. Eine Aufgabe, die ich im Jahr 2012 nur zu gerne übernahm.

Was macht den Job für Sie interessant?

Mit dem Wechsel zu Fresenius, einem globalen Gesundheitskonzern, hat sich das Themenspektrum meiner Arbeit noch einmal erweitert. Und genau das ist es, was mir Spaß macht. Es ist der kontinuierliche Austausch zu unterschiedlichsten Themen mit einer Vielzahl von Gesprächspartnern. Zudem geht es darum, politischen Entscheidungsträgern zu verdeutlichen, welche Auswirkungen geplante Gesetzesvorhaben oder Regulierungen auf die medizinische Versorgung der Menschen in Europa oder gar weltweit haben könnten.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Das hängt stark davon ab, auf welchen Unternehmensbereich man blickt. Da wir unter anderem generische Arzneimittel und Biosimilars für Patienten mit chronischen und kritischen Erkrankungen herstellen, ist die bevorstehende Überarbeitung der Arzneimittelrichtlinie von großer Bedeutung. Als weltweit führender Anbieter für Produkte und Dienstleistungen zur Dialyse spielen darüber hinaus handelspolitische Themen, wie zum Beispiel das beabsichtigte Freihandelsabkommen mit Indien, eine wichtige Rolle. Des Weiteren verfolgen wir als global diversifiziertes Unternehmen natürlich auch die Diskussionen rund um ein EU-Lieferkettengesetz.

Was ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Das Meer. Für einen Sachsen aus der Leipziger Tieflandsbucht ist die relative Nähe zur Küste ein Gewinn. Die Möglichkeit unkompliziert einen Tag am Strand zu verbringen, schätze ich sehr.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Als Expat bewege ich mich, auch beruflich bedingt, überwiegend in der sogenannten »EU-Bubble». Persönlich finde ich dies jedoch sehr bereichernd. Der Austausch mit Menschen aus ganz Europa macht mir Spaß. Zudem schätze ich die große Anzahl an Tennisplätzen, auf denen ich meinem Hobby nachgehen kann.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Neben der Familie und Freunden natürlich Omas gutbürgerliche Küche.

Anja Patricia Gruhn: Leasen kann man so viel mehr als Fahrzeuge

© Anja Patricia Gruhn

In Reichenbach im Vogtland geboren und aufgewachsen, hat sie nach Abschluss ihres Studiums an der Technischen Universität  Chemnitz Sachsen verlassen.

Ihre berufliche Karriere in Brüssel startete sie als Büroleiterin eines Europaabgeordneten. Nach Zwischenstopps in der Ständigen Vertretung Österreichs bei der EU, der deutschen sowie der Europäischen Bausparkassenvereinigung (EuBV) sowie der Internationalen Vereinigung für Wohnungsbaufinanzierung (IUHF) leitet sie seit 2015 die Repräsentanz des Bundesverbandes der Deutschen Leasing-Unternehmen in Brüssel.

Aus welchen Gründen sind Sie nach Brüssel gekommen?

Zunächst über ERASMUS – den Reiz eines internationalen Umfeldes habe ich während meiner verschiedenen Auslandsstudien im Vereinigten Königreich, den Niederlanden sowie in Belgien entdecken können. Aber in Brüssel bin ich der Liebe wegen hängen geblieben.

Was macht Ihren Job für Sie interessant?

Als Interessenvertreterin kann ich unsere Anliegen über Konsultationen, Anhörungen, Veranstaltungen oder Gespräche in den Gesetzgebungsprozess einbringen. Nur wer rechtzeitig über eine gut begründete Position verfügt, die politischen Gesetzgebungsprozesse kennt und bereit ist, auch europäische Allianzen zu bilden, kann die regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mitprägen.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Leasing erfordert Vielseitigkeit: Fahrzeuge, Bau- und Landmaschinen, Druck- oder Werkzeugmaschinen, IT-Equipment, Software, Medizintechnik, Energieanlagen, Immobilien – die Leasing-Wirtschaft realisiert für ihre Kunden/innen jährlich Investitionen in Höhe von rund 75 Mrd. EUR. Daher liegen eine Menge aktuelle Themen auf meinem Schreibtisch wie die aktuellen Vorschläge der Europäischen Kommission zur Basel III-Reform, zum Fit for 55-Paket und Nachhaltigkeitsvorhaben sowie die Vorschläge zur Bekämpfung der Geldwäsche.

Was aus Sachsen vermissen Sie am meisten in Brüssel?

Meine Heimat, das schöne Vogtland.

Katja Engelhardt: Mit neuen Technologien fit für die Zukunft

© Katja Engelhardt

Sie kommt ursprünglich aus Prieβnitz bei Frohburg – das liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Leipzig und Chemnitz, doch ihr Herz gehört ganz klar Leipzig, auch wenn sie sich sehr über die Ernennung von Chemnitz zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 gefreut hat. Sie ist seit 2012 in Brüssel und arbeitet bei European Schoolnet, einem Netzwerk, das sich mit allem, was mit Technik in der Schule zu tun hat, beschäftigt.

Warum sind Sie nach Brüssel gekommen?

Ich bin 2012 für ein Praktikum beim Rat der EU gekommen. Das war wirklich aufregend, weil man direkt bei den ja zumeist nicht öffentlichen Verhandlungen der Mitgliedstaaten dabei ist. Damals wurde gerade das erste EU-Programm unter dem neuen Namen »Erasmus+« heiβ verhandelt.

Was macht den Job für Sie interessant?

Wir bei European Schoolnet beschäftigen uns jeden Tag mit der Frage, wie Schulen und Lehrer unsere Kinder gut auf die Zukunft vorbereiten können. Dafür sind wir im engen Austausch mit europäischen Bildungsministerien, Lehrern und Wissenschaftlern.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Wir bereiten gerade die Veröffentlichung von zwei interessanten Publikationen vor. In den nächsten Tagen wird der Bericht »The future of school beyond Covid-19« erscheinen, wo wir einen Blick in die Zukunft der Schulbildung über Covid-19 hinaus wagen. Im Januar geht unsere neue Studie »CompuThink II« online, die einen Überblick darüber gibt, inwieweit Programmieren in Schulen in Europa Einzug hält.

Was ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Ich liebe Saint-Gilles und besonders den Parvis, aber auch die vielen Parks in Brüssel. Für Konzerte empfehle ich Botanique.

Was schätzen Sie an Brüssel besonders?

Brüssel ist sehr lebendig und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Man kann Menschen aus ganz Europa treffen. Für mich ist Brüssel wirklich das Herz Europas.

Was vermissen Sie am meisten aus Sachsen?

Ich vermisse Leipzig und dort vor allem das Theater und die tolle Seenlandschaft drum herum. Ein gut erreichbarer Badesee oder Freibad ist das Einzige, das in Brüssel wirklich fehlt!

Ute Kallenberger: Im Auftrag der Datensicherheit unterwegs

© Privat

Sie ist seit 20 Jahren in Brüssel und beaufsichtigt mittlerweile beim Europäischen Datenschutzbeauftragten die Umsetzung der Datenschutzrichtlinien in den EU-Institutionen.

Aus welchen Gründen sind Sie nach Brüssel gekommen?

Ich bin Juristin und 2001 als nationale Sachverständige vom Finanzamt Löbau zur Europäischen Kommission nach Brüssel abgeordnet worden. Nachdem ich ein Auswahlverfahren für die Europäischen Institutionen bestanden hatte, bin ich in Brüssel sozusagen »hängengeblieben«. Nach zehn Jahren, in denen ich mich bei der Europäischen Kommission um den freien Kapitalverkehr gekümmert habe, bin ich zum Europäischen Datenschutzbeauftragten gewechselt, wo ich heute in der Aufsichtsabteilung arbeite.

Was macht Ihren Job für Sie interessant?

Wenn Sie mich so fragen: vielleicht, dass es für mich nicht einfach ein Job, sondern als Europäerin auch ein echtes Anliegen ist. Das interkulturelle und interdisziplinäre Arbeitsumfeld und die Notwendigkeit, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen, finde ich spannend an meiner Arbeit. Außerdem verbinden für mich die Europäischen Institutionen alle Vorteile einer nationalen Verwaltung mit allen Vorteilen eines multinational tätigen Unternehmens.

Jeweils drei Eigenschaften von Brüssel, die Sie schätzen bzw. die Sie weniger mögen?

Ich schätze an Brüssel, dass es einem als Ausländer sehr einfach gemacht wird, sich heimisch zu fühlen, dass man hier sehr gut zu essen und trinken weiß sowie den Umstand, dass Brüssel zwar Großstadt ist, sich aber fast alles zu Fuß machen lässt. Weniger schön finde ich das Wetter (aber man gewöhnt sich daran), die zum Teil krassen sozialen Unterschiede, die in Brüssel besonders deutlich hervortreten, und die übergroße Toleranz der Brüsselaner gegenüber Hunden und deren Hinterlassenschaften.

Was aus Sachsen vermissen Sie am meisten in Brüssel?

Jeden Dezember die ganz besondere Stimmung auf den Weihnachtsmärkten und Leinöl. Pellkartoffeln mit Quark (meine Leibspeise) sind nicht dasselbe ohne Leinöl.

William Hammer: Werben für die EU

© William Hammer

William Hammer ist gebürtiger Freitaler und arbeitet in Brüssel für ICF Next. Er plant und begleitet europaweite Kommunikationskampagnen und Veranstaltungen für die Generaldirektionen der Europäischen Kommission.

Aus welchen Gründen sind Sie nach Brüssel gekommen?

Ich bin aus Neugier nach Brüssel gekommen. Während meines Studiums an der TU Dresden haben die Europäische Union und ihre Institutionen nur in wenigen Kursen eine Rolle gespielt und ich wollte herausfinden, was das denn nun ist – diese »EU«. An der Universität VUB (Vrije Universiteit Brussel) hier in Brüssel füllte ich dann zunächst meine theoretischen Wissenslücken und sammelte parallel dazu, unter anderem im Sachsen-Verbindungsbüro, wertvolle praktische Erfahrung.

Was macht Ihren Job für Sie interessant?

Mein Job ist sehr abwechslungsreich und ich kann auch viel in der EU reisen. Erst letztes Jahr haben mein Team und ich zum Beispiel ein europaweites Projekt abgeschlossen, bei dem wir, unter anderem auch gemeinsam mit dem Enterprise Europe Network (EEN) in Sachsen, Unternehmen über die vielfältigen Unterstützungsleistungen der Europäischen Kommission informierten. In einer anderen Kampagne ermutigen wir junge Menschen dazu, Europa mit dem Zug zu entdecken. Besonders interessant für mich sind immer Pressereisen, bei denen wir Journalistinnen und Journalisten vor Ort anhand konkreter Projekte zeigen, was beispielsweise mit dem Geld aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) passiert.

Letztendlich empfinde ich meinen Job als sinnstiftend, da meine Arbeit auf hoffentlich möglichst unterhaltsame Weise teils abstrakte EU-Politiken konkret erfahrbar macht und Bürgerinnen und Bürgern deren Nutzen vor Augen führt.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Zurzeit arbeite ich an der Produktion und Veröffentlichung verschiedener Podcasts für die Europäische Kommission. Parallel dazu bereite ich eine Forschungs- und Wissenschaftskonferenz für eine EU-Agentur presseseitig vor.

Welche Orte in Brüssel haben Sie als erstes entdeckt?

Als Student habe ich natürlich als erstes den Campus und die Bars im näheren Umfeld erkundet. Meine erste Wohnung lag in Schaerbeek, einem Stadtteil, den ich aufgrund seiner Lebendigkeit sehr schätze. Dort gab es für mich, auch heute noch, an jeder zweiten Hausecke etwas Neues zu entdecken.

Was aus Sachsen vermissen Sie am meisten in Brüssel?

Neben meiner Familie vermisse ich wohl den Dialekt am meisten. In meinem Bücherregal steht ein Gedichtband von Lene Voigt, den ich ab und an herausziehe, um die sächsische Mundart zu pflegen.

Karina Hahn: EU-Betrügern auf der Spur

Karina Hahn © Karina Hahn

Karina Hahn ist gebürtige Leipzigerin und arbeitet in Brüssel für das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF). Sie geht Betrügen mit EU-Geldern nach und untersucht, ob bei der Verwendung von EU-Geldern im Bereich von Forschung und Innovation durch Projektbeteiligte möglicherweise Unregelmäßigkeiten oder Betrug begangen wurden.

Aus welchen Gründen sind Sie nach Brüssel gekommen?

Es war eine Mischung aus Abenteuerlust und aus Gründen der Liebe. Sogar die Sächsische Zeitung hat damals einen eigenen Artikel zu meinem Berufswechsel geschrieben.

Was ist Ihr Beruf?

Ich bin »Investigator« beim Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung, OLAF. »Investigator« heißt auf Deutsch eigentlich Ermittler, aber da dies eher eine Bezeichnung aus dem juristischen Bereich ist und OLAF Untersuchungen durchführt, nenne ich mich im Deutschen ganz schnöde: Untersuchungsbeauftragte. Aber ganz ehrlich: Unter »Ermittlerin« kann sich jeder eher etwas vorstellen.

Was macht Ihren Job für Sie interessant?

Neben den täglichen Herausforderungen, die nicht immer nur fachlicher Natur sind, sind es die unterschiedlichen Sachverhalte, mit denen man konfrontiert ist. Dazu gehört auch die Vielfalt an Sprachen, in denen kommuniziert wird.

Was liegt gerade ganz oben auf Ihrem Schreibtisch?

Ganz aktuell stapeln sich die Schlussberichte zu den einzelnen Untersuchungsfällen auf meinem Schreibtisch.

Welches ist Ihr Lieblingsort in Belgien?

Der Golf-Club am Stadtrand von Brüssel.

Was aus Sachsen vermissen Sie am meisten in Brüssel?

Am meisten vermisse ich meine Mutter, Leipziger Lerchen/Dresdner Eierschecke und das bessere Wetter in Sachsen.

Zeitungsartikel Interview Sächsische Zeitung 11.01.2004 © Sächsische Zeitung 11.01.2004
zurück zum Seitenanfang